Panorama

Bevor das Inzest-Haus verkauft wird Fritzls "Horror-Keller" wird zubetoniert

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Wer will dieses Haus kaufen?

(Foto: dpa)

Ein Vierteljahrhundert lang hält Josef Fritzl seine Tochter in einem Keller seines eigenen Hauses gefangen und zeugte sieben Kinder mit ihr. Die Mutter, weitere Geschwister und die Nachbarn wollen davon nichts gewusst haben. Jetzt wird der Keller des Hauses mit Beton verfüllt - bevor es einen Käufer finden soll.

Es ist wie eine generalstabsmäßig geplanten Nacht- und Nebelaktion: Während der österreichische Inzestvater Josef Fritzl seine lebenslange Haftstrafe absitzt und seine Kinder den Sprung in das normale Leben versuchen, rücken Baumaschinen in dem kleinen Ort Amstetten an. Sie verfüllen den Keller, im dem Fritzl seine Tochter Elisabeth 24 Jahre gefangen hielt, mit Spezialbeton.

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Am frühen Morgen beziehen Bauarbeiter das Grundstück und füllen den Keller Schicht für Schicht mit einem Spezialbeton auf, der "in alle Ecken kriechen" soll.

(Foto: dpa)

Die Aktion wurde bis zum Schluss geheim gehalten. Die Amstettener hatten die Nase voll von den vielen Schaulustigen, die ständig den Ort des Grauens aufsuchten. Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth ein Vierteljahrhundert lang in dem Kellerverlies gefangen gehalten, den die Österreicher den "Horror-Keller" nennen. Dort zeugte er sieben Kinder mit ihr, von denen eines starb. Im April 2008 kamen seine Taten ans Licht, ein knappes Jahr später wurde er wegen Mordes, Sklaverei, Vergewaltigung, Inzest, Freiheitsberaubung und Nötigung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Fritzls Kinder leben heute unter einer neuen Identität in einem kleinen österreichischen Dorf. Sie kümmern sich um ihre Zukunft, holen Schulabschlüsse nach und erlernen Berufe. Sie bekamen vom Staat ein Haus und erhalten monatlich etwa 4000 Euro Unterstützung. Von Fritzl selbst heißt es, er leide zunehmend an Demenz. Der Schleier des Vergessens lege sich über die Vergangenheit. Fritzl ist inzwischen 78 Jahre alt.

Tatsächliche wurde nach Bekanntwerden der Tat lange und kontrovers darüber diskutiert, was mit dem "Horror-Haus" in Amstetten passieren soll. Auch ein kompletter Abriss stand zur Debatte, weil das Grundstück zu einem regelrechten Wallfahrtsort verkam. Nach dem Verfüllen des Kellers soll das Haus verkauft werden. Über Interessenten wurde bislang nichts bekannt.

Quelle: ntv.de, ppo