Panorama

Merkmale, Symptome, Sterberate Für wen das Coronavirus tödlich ist

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An einem indonesischen Flughafen werden Körpertemperaturen gemessen - doch nicht alle Infizierten bekommen Fieber.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Angst vor dem neuen Coronavirus eilt der Krankheit rasant voraus. Nicht zuletzt, weil vieles über 2019-nCoV weiter unklar ist. Die steigende Zahl der Infektionen und Todesfälle lässt nun zumindest erste Schlüsse zu, wer besonders gefährdet ist. Denn die Toten weisen klare Gemeinsamkeiten auf.

Das erste Todesopfer des neuartigen Coronavirus aus China steht stellvertretend für die inzwischen rund 490 Todesfälle: Der Patient war männlich, älter als 60 und schon vor der Infektion bei schlechter Gesundheit. Tatsächlich waren 80 Prozent der Todesopfer mindestens 60 Jahre alt und 75 Prozent litten an Vorerkrankungen, wie Chinas Gesundheitskommission mitteilte.

Die Sterblichkeitsrate liegt demnach bei 2,1 Prozent. Das ist deutlich niedriger als die 9,6 Prozent bei der Sars-Epidemie vor 17 Jahren. 97 Prozent der Todesopfer stammen aus der Provinz Hubei, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus im Dezember vermutlich auf einem Tiermarkt erstmals auf Menschen übertragen wurde. Ohne sie läge die Sterberate den Behörden zufolge bei 0,16 Prozent.

Die meisten waren mindestens 60 Jahre alt

Nach den bisherigen Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörden waren die Todesopfer zwischen 36 und 89 Jahre alt - aber nur fünf von ihnen waren unter 60. Das jüngste Opfer, ein 36-jähriger Einwohner von Wuhan, wurde am 9. Januar ins Krankenhaus gebracht und erlag zwei Wochen später einem Herzversagen, wie die Behörden von Hubei mitteilten. Ob er an Vorerkrankungen litt, ist nicht bekannt.

Viele der Patienten, die inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen konnten, waren hingegen jünger. Heute berichteten chinesische Staatsmedien über den Fall eines erst 30 Stunden alten Babys mit nachgewiesener 2019-nCoV-Infektion.

Viele Todesopfer litten an Vorerkrankungen

Viele der Patienten, die starben, litten schon vorher an chronischen Krankheiten wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck. Ein 86-Jähriger, der am 9. Januar ins Krankenhaus kam, hatte außer hohem Blutdruck und Diabetes vier Jahre zuvor einen schweren Eingriff wegen Darmkrebs. Eine 80-Jährige litt seit 20 Jahren an Diabetes und Bluthochdruck und zudem an Parkinson.

Nicht alle Opfer hatten vorher Fieber

Derzeit wird bei allen Reisenden an Chinas Flughäfen, Zug- und Busbahnhöfen die Temperatur kontrolliert. Doch nicht alle Todesopfer hatten Fieber, bevor sie ins Krankenhaus kamen. Ein 66-Jähriger beispielsweise klagte am 22. Dezember lediglich über "Reizhusten" - rund eine Woche später litt er an Atemnot, Mitte Januar musste er dann künstlich beatmet werden.

Gerade die unterschiedliche Schwere der Symptome bereitet den Experten Sorge: "Inzwischen ist klar, dass einige Menschen das Virus in sich tragen und ansteckend sind, aber nur sehr schwache Symptome haben oder gar keine", sagt Jeremy Farrar, der Leiter der britischen Gesundheitsforschungsstiftung Wellcome Trust. Das macht es so schwierig, geeignete Vorsorgemaßnahmen zu finden.

Zwei Tote außerhalb des chinesischen Festlands

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Der erste Tote außerhalb des chinesischen Festlands wurde am vergangenen Sonntag auf den Philippinen gemeldet, dabei handelt es sich um einen 44-jährigen Touristen aus Wuhan. Ob er Vorerkrankungen hatte, war nicht bekannt. Zwei Tage später meldeten die Behörden in Hongkong ihren ersten Todesfall: Der 39-Jährige hatte demnach im Januar Wuhan besucht. Er soll Medienberichten zufolge an anderen Gesundheitsproblemen gelitten haben, die seine Behandlung zusätzlich erschwerten.

Quelle: ntv.de, Eva Xiao, AFP