Panorama

Mehr als der Dosimeter anzeigen kann Fukushima-Arbeitern droht der schnelle Tod

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Immer mehr Tanks rosten durch. Mit Sandsäcken wird das kontaminierte Wasser zurückgehalten.

(Foto: AP)

Der japanische Atomkonzern Tepco bekommt die radioaktiven Lecks in der Atomruine Fukushima nicht in den Griff. Jetzt will die Regierung dem Konzern unter die Arme greifen. Die Strahlung ist dort so hoch, dass sie binnen vier Stunden zum Tod führt.

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Der Chef der japanischen Atomaufsicht, Shinichi Tanaka, erhält immer neue Hiobsbotschaften aus dem havarierten Kraftwerk.

(Foto: AP)

Experten haben an der Ruine des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima eine weitere hochradioaktive Zone entdeckt. Die Strahlung an einem Wasser-Auffangbehälter sei so hoch, dass sie mit einem normalen Messgerät nicht mehr gemessen werden könne, teilte der Betreiber Tepco mit. Genauere Angaben konnten nicht gemacht werden, da die Dosimeter der Arbeiter nur bis zu 100 Millisievert pro Stunde ausgelegt seien.

Bereits am Sonntag hatte Tepco von einer um das 18-fache des maximalen Messwertes gestiegenen Belastung an einem anderen Wassertank berichtet. Die Strahlung ist dort so hoch, dass sie binnen vier Stunden zum Tod führt. Japans Premier Shinzo Abe hat daher ein schnelles Eingreifen der Regierung angekündigt. Einzelheiten werden am Dienstag erwartet.

Immer weniger Menschen trauen dem Betreiber Tepco zu, die Lage in den Griff zu bekommen. Das radioaktiv verseuchte Wasser zum Kühlen der strahlenden Ruine ist ein besonderes Problem: Bereits vor einigen Tagen hatte Tepco mitgeteilt, dass 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Lagertank ausgelaufen seien. Zudem vermischt sich Grundwasser mit dem Kühlwasser. Zuletzt wurde zudem ein Leck an einer Verbindung zwischen zwei Wassertanks entdeckt.

Die gestiegene Strahlung mindert auch die Chancen für die japanische Hauptstadt auf einen Zuschlag für die Olympischen Spiele 2020. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet am kommenden Samstag zwischen den Bewerbern Tokio, Madrid und Istanbul. Offiziellen Angaben der japanischen Regierung zufolge ist die radioaktive Belastung in Tokio, das von der Unglücksstelle 230 Kilometer entfernt liegt, nicht höher als in London oder New York.

Quelle: ntv.de, dpa