Panorama
Freitag, 22. Juni 2007

Auf der Suche nach Nahrung: Gänsegeier in Deutschland

Auch in Deutschland sind inzwischen Dutzende Gänsegeier eingetroffen, nachdem die riesigen Greifvögel in den vergangenen Tagen in Belgien Aufsehen erregt hatten. 22 Tiere seien Anfang der Woche über Mönchengladbach geflogen, meldeten zwei Vogelkundler am Freitag dem "Club 300", einer Ornithologen-Plattform im Internet. Die hat auch weitere einzelne Gänsegeier in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein verzeichnet. 30 der riesigen Vögel mit einer Spannweite von bis zu 2,80 Metern seien zudem Mitte Juni auf dem Köterberg nördlich von Höxter gesehen worden, berichtete kürzlich die "Deister- und Weserzeitung". In Belgien hatten vergangenes Wochenende 100 der großen Greifvögel viele Zuschauer angezogen.

"Es ist ein ganz neuartiges Phänomen, dass wir wieder vermehrt Gänsegeier in Deutschland beobachten", sagte Severin Zillich vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Eigentlich leben die Vögel in Spanien. Die mehr als 1000 Kilometer haben die Aasfresser auf der Suche nach Nahrung in nur wenigen Tagen zurückgelegt, weil in Spanien, wie in der ganzen EU, keine Kadaver mehr liegen bleiben dürfen. "In Deutschland werden sie aber auch keine Nahrung finden", sagte Biologe Zillich.

Vergangenes Jahr seien bereits Gänsegeier (Gyps fulvus) in Norddeutschland gesichtet worden. "Das wird auch in den kommenden Jahren so weitergehen", vermutet Severin Zillich, "und wir sollten überlegen, diesen faszinierenden und völlig ungefährlichen Tieren in Deutschland auch eine Lebensgrundlage zu schaffen, indem wir Kadaver liegen lassen."

In Haigerloch-Stetten in Baden-Württemberg hatten Vogelkundler bereits im Mai dieses Jahres 22 Gänsegeier gezählt. Im April waren einzelne Gänsegeier nahe Mainz in Rheinland-Pfalz, im Nordschwarzwald, in Bayern, Schleswig-Holstein und bei Celle in Niedersachsen aufgetaucht.

Quelle: n-tv.de