Panorama

Leihmutter-Skandal in Thailand Gammys Eltern offenbar gefunden

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Leihmutter Pattaramon Chanbua und der kleine Gammy: Sie will ihn nun wie eines ihrer eigenen Kinder behandeln.

(Foto: AP)

Das Schicksal des kleinen Gammy berührt die Welt: Ein australisches Paar soll den Jungen mit Down Syndrom bei der Leihmutter im Stich gelassen haben. Journalisten haben nun angeblich die biologischen Eltern gefunden. Doch die wollen davon nichts wissen.

Reporter haben in Australien die vermeintlichen Eltern des in Thailand bei einer Leihmutter im Stich gelassenen kranken Babys Gammy aufgespürt. Die beiden hätten zwar eine Tochter, die Gammys Zwillingsschwester sein könne, stritten aber ab, die Eltern des Jungen zu sein, berichtete der Sender Channel 9. Dem Sender ABC sagte der mutmaßliche Vater, das Krankenhaus habe den Jungen nie erwähnt. Die Leihmutter in Thailand berichtete dagegen, der Mann habe das Mädchen im Krankenhaus besucht, den Jungen, der Down Syndrom hat, aber keines Blickes gewürdigt. Gammy wird derzeit im Krankenhaus wegen einer Lungenentzündug behandelt.

Australiens Einwanderungsminister Scott Morrison hat derweil die von Landsleuten angeworbene thailändische Leihmutter eines behinderten Jungen als "Heilige" und "absolute Heldin" gelobt. Die 21-jährige Pattaramon Chanbua und ihr Sohn hätten eine "schreckliche, einfach nur fürchterliche und herzzerreißende" Behandlung erfahren, sagte Morrison im Radio. Zwar gebe es "viele Australier, die unbedingt Eltern werden wollen, aber das rechtfertigt nicht, was wir hier erlebt haben".

Wurde Pattaqramon zur Abtreibung aufgefordert?

Morrison bezog sich auf Medienberichte über das Schicksal der jungen Frau, die mit ihrem behinderten Baby im Stich gelassen worden sein soll, nachdem sie das Kind für ein australisches Paar ausgetragen hatte. Nach eigenen Worten wollte sie damit Schulden begleichen und die Ausbildung ihrer beiden eigenen Kinder finanzieren. Doch als sie im Dezember Zwillinge zur Welt brachte, nahm das australische Paar laut Medienberichten nur die gesunde Schwester des Jungen bei sich auf. Der Junge mit Down-Syndrom und einem lebensgefährlichen Herzfehler wurde demnach bei der Leihmutter in Thailand zurückgelassen.

Laut australischen Medienberichten hatte ein Vermittler die Leihmutter sogar aufgefordert, das Baby abzutreiben, als die Erkrankung mit dem Down-Syndrom bekannt wurde. Pattaramon lehnte eine Abtreibung nach eigenen Worten aber wegen ihres buddhistischen Glaubens ab. Den Jungen namens Gammy wolle sie nun wie ihre eigenen Kinder behandeln, sagte sie. Bis zum Wochenende gingen mehr als 140.000 Euro von mitfühlenden Spendern ein, die empört auf das Verhalten der australischen Familie reagierten.

Quelle: ntv.de, fma/dpa/AFP