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Emanzipation der Katholiken Gauck ermuntert zum Einmischen

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Auch ein gefühlsbetonter Papst kann Veränderungen bremsen, erinnert Bundespräsident Gauck katholische Gläubige.

(Foto: dpa)

Wieso ist Frauen das Priesteramt versagt? Weshalb können nicht alle Christen gemeinsam das Abendmahl feiern? Solche Fragen beschäftigen viele Katholiken. Bundespräsident Gauck erinnert auf dem Katholikentag daran, dass nicht jede Tradition in Stein gemeißelt ist.

Bundespräsident Joachim Gauck hat die katholischen Christen ermutigt, sich in die Debatte über die Zukunft ihrer Kirche einzubringen. "Nirgendwo steht geschrieben, dass der Heilige Geist nur in Bischöfen weilt", sagte der protestantische Pastor beim Katholikentag. Auch "kirchliches Leben und zentrale Elemente des Glaubens" seien Veränderungen unterworfen. Papst Franziskus brauche "die starke Stimme seines Gottesvolkes", meinte Gauck.

Es gehe darum, ob die Kirche der Lehre der früheren Päpste weiter folgen will oder ein neues Konzil einberufen wird, das den Weg in die Zukunft "auch im Dialog mit der Moderne" aufzeigen soll. Auf die Frage zum Wirken von Franziskus und die Erwartungen an den Pontifex sagte das Staatsoberhaupt, das müsse man abwarten. "Auch herzliche und gefühlsbetonte Menschen könnten sehr konservativ sein und Veränderung eher bremsen als befördern."

"Befehle von oben helfen wenig"

Gauck rief bei dem Kirchentreffen die Menschen auch zu mehr gesellschaftlichem Engagement auf. "Was mich am meisten besorgt, ist eine grassierende Gleichgültigkeit", sagte er. "Viele Menschen denken, Leben ereignet sich einfach so." Es sei aber für eine Gesellschaft von Nachteil, "den größten Schatz unserer individuellen Möglichkeiten nicht zu heben".

Eine Ursache für diese Entwicklung ist nach Einschätzung Gaucks, dass es vielen Menschen in Deutschland gut geht. "Wenn unser Leben uns in den Schoß fällt, denken wir nicht mehr daran, dass wir es gestalten und verantworten müssen." Auch warb der Bundespräsident erneut für eine stärkere Zusammenarbeit der christlichen Kirchen. Er ermutigte die Gläubigen zu mehr Ökumene: "Da helfen Befehle von oben wenig", sagte er. "Das muss von unten wachsen."

Bis Sonntag werden beim Katholikentag in Regensburg bis zu 80.000 Besucher bei mehr als 1000 Veranstaltungen erwartet. Darunter sind etliche hochrangig besetzte Diskussionsrunden zu kirchlichen und politischen Themen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird erwartet.

Quelle: n-tv.de, ame/dpa

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