Panorama

Betroffenenrat warnt Gefahr sexuellen Missbrauchs ist hoch

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Die Hilfen für Opfer reichten nicht, warnte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung.

(Foto: picture alliance / dpa)

2010 werden in der Katholischen Kirche Missbrauchsfälle in großem Ausmaß bekannt. Heute seien Kinder und Jugendliche nicht weniger in Gefahr, Opfer sexueller Gewalt zu werden, sagt der Betroffenenrat. Das betreffe viele Bereiche der Gesellschaft.

Sechs Jahre nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in Deutschland halten Betroffene die Gefahr von Übergriffen auf Kinder und Jugendliche weiter für hoch. "Kindesmissbrauch ist weltweit ein Bestandteil gesellschaftlicher Strukturen", teilte der Betroffenenrat in Berlin mit. Familien seien ebenso betroffen wie Bildungseinrichtungen und religiöse Gemeinschaften.

Der Rat ist ein beratendes Fachgremium beim Bundesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig. Bis Samstag organisiert er den ersten internationalen Betroffenen-Kongress "Mitsprache" in Deutschland. Ziel ist neben Austausch eine politische Vernetzung und eine Stimme nach außen.

"Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist elementar. Zugleich müssen die Belange all derer, die in der Vergangenheit von Staat und Gesellschaft nicht geschützt wurden, beachtet werden", sagte Sprecher Matthias Katsch. Dazu sei ein funktionierendes Hilfesysteme nötig.

In diesem Zusammenhang warnte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung erneut vor Geldnot beim Hilfsfonds für die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs in Familien. "Wenn bis Jahresende nichts passiert, ist Ebbe", sagte Rörig. Für den Fonds hatte die Politik 2011 bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals 100 Millionen Euro für schnelle Hilfen versprochen. Der Fonds ist für Erwachsene gedacht, die in ihrer Kindheit Übergriffe erlitten haben und noch unter den Folgen leiden.

Quelle: ntv.de, hul/dpa