Panorama

Überall in Deutschland gesät Gen-Raps-Felder entdeckt

Die Affäre um den Anbau von gentechnisch verändertem Raps, der ohne Wissen von benachbarten Bauern ausgesät wurde, weitet sich aus. Der Samen ist nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" an mindestens 15 Orten in Deutschland ausgebracht worden. Zwei davon sollen in Hessen liegen.

Das Bundessortenamt bestätigte FR-Informationen, denen zufolge sich der Raps-Anbau im Rahmen von Wertungsprüfungen für die Sortenzulassung nicht allein auf zwei Orte in Nordrhein-Westfalen beschränkte. Nach einer der FR vorliegenden Liste, die sich allein auf das Raps-Konstrukt MS1xRF1 bezieht, gab es Freiland-Wertprüfungen an 15 Orten in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern sowie im hessischen Echzell. In einem Schreiben, das dem Bioland-Anbauverband vorliegt, ist zudem von Adelshausen bei Melsungen die Rede. In einem dritten Fall bei Riedstadt handelte es sich um eine wissenschaftlich begleitete, mit besonderen Schutzvorkehrungen versehene Freisetzung.

Nach Angaben des Sortenamtes wurden auch an anderen Orten weitere Gen-Raps-Konstrukte im Rahmen der Sortenzulassung angesät. Unklar ist, auf wie vielen Feldern der Gen-Raps zur Wertprüfung verwendet wurde, ohne dass benachbarte Bauern, die zur gleichen Zeit oder in späteren Jahren konventionellen Raps anbauten, informiert wurden. Es seien jedoch abschirmende Mantelsaaten und Mindestabstände zu benachbarten Rapsfeldern eingehalten worden, so das Sortenamt. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hat wegen des problematischen Ausbreitungsverhaltens der Ölsaat den regulären Anbau von Gen-Raps ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de