Panorama

Kurioser Streit vor Gericht Gibt es wirklich Masernviren?

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Masern sind in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Da kommt dieser Prozess zur rechten Zeit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Biologe glaubt nicht an die Existenz von Masernviren. Er lobt eine skurrile Wette aus. Ein Mediziner fühlt sich deshalb jetzt um 100.000 Euro geprellt - und klagt.

Ein kurioser Streit um die Existenz von Masernviren beschäftigt das Landgericht in Ravensburg. Ein Biologe vom Bodensee hatte die Idee der krankmachenden Viren infrage gestellt und 100.000 Euro für den Gegenbeweis ausgelobt. Ein Mediziner aus dem Saarland lieferte diesen Beweis nach eigenen Angaben - doch der Biologe wollte nicht zahlen. Das Gericht soll nun klären, ob der Arzt Anspruch auf das Geld hat. Der Prozess hatte ursprünglich im April 2014 begonnen, war aber vertagt worden, weil die Kammer noch das Gutachten eines Sachverständigen einholen wollte.

Der Arzt war über das Internet auf das 100.000-Euro-Angebot des Biologen aufmerksam geworden. Er habe sich die Wette schriftlich bestätigen lassen und entsprechende Publikationen zusammengesucht, sagte er bei Prozessauftakt. Die Unterlagen schickte er dem Biologen zu - mitsamt seiner Kontonummer. Das Geld erhielt er jedoch nicht, daher zog der Mediziner vor Gericht.

Der erste Verhandlungstag im April 2014 hatte überregional Aufmerksamkeit erregt. Die Existenz von Masernviren ist aus wissenschaftlicher Sicht unumstritten - doch der Biologe und Impfgegner stellt nach eigenen Angaben die Idee von krankmachenden Viren generell infrage. Die Symptome der Masern beispielsweise könnten durch drei Faktoren ausgelöst werden: "Vergiftung der Haut von außen, zum Beispiel durch Cremes. Oder eine Entgiftung von innen nach außen über die Haut", sagte er beim damaligen Prozessauftakt. Der dritte Aspekt sei psychosomatisch. "Und dann gibt es natürlich die Kombination aus allen drei Faktoren." Mit diesen Ansichten steht er aber weitgehend isoliert da. Nachvollziehbare Beweise dafür gibt es nicht.

Quelle: ntv.de, bad/dpa

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