Panorama

Vulkanausbruch erschüttert Indonesien Glühende Aschewolke fordert Todesopfer

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Eine Anwohnerin flieht vor der gewaltigen Aschewolke.

(Foto: REUTERS)

Plötzlich und ohne Vorwarnung spuckt der Vulkan Sinabung auf Sumatra eine tödliche Mischung aus Lava und Gas. Für die Menschen in der Nähe des Kraters kommt jede Hilfe zu spät. Dichter Rauch erschwert die Rettungsmaßnahmen.

Nach dem Ausbruch des Vulkans Sinabung werden auf der indonesischen Insel Sumatra nach Angaben eines Priesters mindestens 50 Menschen vermisst. "Wir haben den Kontakt zu ihnen verloren", sagte Benny Kaban. Nach seinen Angaben hätten die 50 eigentlich am Abend in die Notunterkünfte in sicherer Entfernung des Berges zurückkehren sollen.

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Die gesamte Umgebung liegt unter einer grauen Staubdecke.

(Foto: dpa)

15 Menschen waren bei dem Unglück ums Leben gekommen. Ihre Leichen wurden Katastrophenschützern zufolge im Dorf Sukameriah gefunden, nachdem der Vulkan erneut eine glühende Aschewolke ausgestoßen hatte. Nach dem größten Ausbruch der vergangenen Tage lag die gesamte Umgebung des Kraters kilometerweit unter einer grauen Staubdecke.

"Wahrscheinlich finden wir noch weitere Opfer", sagte ein örtlicher Priester, der mit einer Hilfsorganisation zusammenarbeitet. Der 2460 Meter hohe Berg habe Lava und Gas ausgestoßen, hieß es weiter. Einen Tag vor der Eruption hatte der Katastrophenschutz wegen nachlassender Aktivität des Vulkans die Rückkehr von Einwohnern erlaubt, die mehr als fünf Kilometer von dem Berg entfernt leben.

Ständige Gefahr

Vier der Todesopfer waren den Angaben zufolge Schüler, die auf einem Ausflug zum Sinabung in das Inferno gerieten. Herbeieilenden Rettungskräften bot sich ein erschreckender Anblick mit aschebedeckten Leichen, deren Bergung durch dichten Rauch erschwert wurde. Wegen der Gefahren mussten die Hilfskräfte ihren Einsatz unterbrechen. Die Behörden fürchteten, dass noch weitere Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Mindestens drei Verletzte wurden mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht.

Alle Opfer befanden sich in dem von den Behörden zum Niemandsland erklärten Gebiet um den Vulkan. Tri Budiarto vom Nationalen Katastrophenschutz sagte, Touristen seien heimlich in das Gebiet eingedrungen, um Aufnahmen zu machen, obwohl das sehr gefährlich sei.

Der Sinabung hatte mehr als 400 Jahre geruht, bevor er im August 2010 wieder ausbrach. Seit September vergangenen Jahres sind rund 30.000 Menschen aus der Umgebung geflohen. Die Einwohner bauen an den fruchtbaren Hängen des Berges seit Jahrhunderten Kaffee, Kakao und Orangen an. Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere Kontinentalplatten aufeinander stoßen. Diese sind ständig in Bewegung und lösen damit immer wieder Erdbeben oder Vulkanausbrüche aus. In Indonesien gibt es fast 130 aktive Vulkane - so viele wie in keinem anderen Land der Welt.

Quelle: ntv.de, ame/sno/dpa/AFP