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Trauerfeier für Margaret Thatcher Gorbatschow kann nicht kommen

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In St. Paul's Cathedral findet die Trauerfeier für Thatcher statt.

(Foto: AP)

Margaret Thatcher selbst wollte gar keinen Staatsakt nach ihrem Tod, doch Großbritannien will sich im großen Rahmen von seiner früheren Premierministerin verabschieden. Wenn alle eingeladenen Staats- und Regierungschefs, Politiker und Würdenträger kommen, könnte es in der St. Paul's Cathedral eng werden. Doch einer wird fehlen.

Zur Trauerfeier für die am Montag verstorbene frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher werden mehr als 2000 Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. Wie die britische Regierung mitteilte, wurden sämtliche noch lebenden früheren US-Präsidenten und Ex-Regierungschefs des Vereinigten Königreichs zu dem Gottesdienst am kommenden Mittwoch in der St. Paul's Cathedral 17. April eingeladen. Zu der Trauerfeier wird auch Königin Elizabeth II. erwartet. Thatchers Sohn Mark sagte, seine Mutter hätte sich dadurch sehr geehrt gefühlt. Dieselbe Ehre war zuvor nur dem berühmten Weltkriegs-Premier Winston Churchill zuteil geworden.

Unter den geladenen Gästen sind laut Downing Street auch die Familie des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela. Angekündigt hat sich unter anderem Frederik de Klerk, der letzte Präsident des Apartheid-Regimes in Südafrika und spätere Friedensnobelpreisträger. Die Schauspielerin Shirley Bassey, der bekannte BBC-Fernsehmoderator Jeremy Clarkson und Musicalkomponist Andrew Lloyd Webber hätten ihre Teilnahme bereits zugesagt. Frederick Forsyth, einer der Lieblingsschriftsteller Thatchers und ein Unterstützer der konservativen Partei, soll ebenfalls kommen.

Dagegen habe der frühere Sowjetische Präsident Michail Gorbatschow aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Medienberichten zufolge können auch die frühere US-First-Lady Nancy Reagan und Altkanzler Helmut Kohl wegen Krankheit nicht dabei sein. Noch keine Rückmeldung gebe es von den Ex-US-Präsidenten George Bush, Bill Clinton und George W. Bush.

Keine Einladung erhielt die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner wegen des Dauerstreits zwischen Argentinien und Großbritannien um die Falklandinseln. Nach den Regeln des Protokolls wäre es üblich, dass Vertreter aller Staaten eingeladen werden, zu denen Großbritannien normale diplomatische Beziehungen habe. Gegen eine Einladung Fernandez' habe sich aber die Familie Thatchers ausgesprochen. Der Wunsch der Familie solle respektiert werden, hieß es dazu aus Regierungskreisen. Später teilte die britische Regierung dazu mit, man habe den Botschafter Argentiniens eingeladen. Das sei bei Anlässen wie diesem üblich.

Beide Länder führten während Thatchers Amtszeit 1982 einen kurzen Krieg um die vor Argentinien gelegenen Inseln, den England siegreich beendete. Die Falklandinseln haben für Mittwoch einen Volkstrauertag zu Ehren Thatchers angekündigt. Thatcher war am Montag im Alter von 87 Jahren verstorben. Sie regierte Großbritannien von 1979 bis 1990.

Wegen Thatchers Tod hatte das britische Parlament am Mittwoch seine Frühjahrspause unterbrochen und in einer Sondersitzung der verstorbenen Ex-Premierministerin gedacht. Obwohl einige der härtesten Kritiker der "Eisernen Lady" nicht kamen, war das Abgeordnetenhaus in London fast voll. "Möge so ihre Grabinschrift lauten: Dass sie dieses Land wieder groß gemacht hat", sagte Premierminister David Cameron.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts

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