Panorama

Tödliche Strafe gegen Wehrpflichtigen Grausamer Offizier in Haft

granate.jpgDie türkische Armee hat einen Leutnant festnehmen lassen, der durch Schikane in der Ausbildung den Tod von vier Soldaten verschuldet haben soll. Der Offizier sei von einem Militärgericht verhört und in Untersuchungshaft genommen worden, berichteten mehrere türkische Zeitungen übereinstimmend. Den Berichten zufolge hatte der Leutnant einem Wehrpflichtigen als Strafe eine scharfe Handgranate in die Hand gedrückt, die anschließend explodierte.

Der Fall, der sich Mitte August zugetragen hatte, war zunächst als Unfall bezeichnet worden. Die Armee-kritische Tageszeitung "Taraf" hatte jedoch von der mutmaßlichen Schikane des Leutnants berichtet. Danach zitierten weitere Zeitungen aus internen Vernehmungsprotokollen der Armee. Offene Kritik an der Armee ist in der Türkei nach wie vor sehr selten.

Angehörige geschockt

Den Berichten zufolge hatte der Leutnant einen Wehrpflichten bestrafen wollen, der während des Wachdienstes geschlafen hatte. Der Offizier zog den Sicherungsstift einer Handgranate und drückte die Granate dem Soldaten in die Hand. Solange er den Hebel der Granate gedrückt halte, werde sie nicht explodieren, sagte er dem Soldaten. Später habe er den Sicherungsstift wieder einsetzen wollen, sagte der Vorgesetzte aus. Wenig später explodierte die Granate jedoch und tötete den Wehrpflichtigen sowie drei weitere Soldaten.

Der Vater eines Opfers sagte nach Zeitungsberichten, er habe durch die Nachricht einen neuen Schock erlitten. Er werde nun eigene Nachforschungen anstellen, um die Wahrheit zu erfahren. Ein anderer sagte, er wolle nicht glauben, dass sein Sohn durch das Fehlverhalten eines Vorgesetzten ums Leben gekommen sei.

Quelle: ntv.de, AFP