Panorama

Erst missbraucht, dann aufgehängt Gruppenvergewaltigung schockt Nordindien

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Uttar Pradesh ist berüchtigt für seine hohe Zahl an Vergewaltigungen. Diese Frauen fordern die Behörden zum Handeln auf.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Immer noch gehören Vergewaltigungen in manchen Teilen Indiens zur grausamen Lebenswirklichkeit vieler Frauen. Ein besonders brutaler Fall ereignet sich nun in Uttar Pradesh, doch damit nicht genug: Die Dorfpolizei steckt mit den Tätern unter einer Decke.

Zwei junge Mädchen sind nach einer Gruppenvergewaltigung im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh erhängt gefunden worden. Die beiden 14 und 16 Jahre alten Cousinen wurden Dienstagnacht von ihren Familien im Distrikt Badaun als vermisst gemeldet. Am Mittwoch entdeckte man die Leichen der Mädchen, sie hingen an einem Baum, wie die Polizei mitteilte.

"Der Vater eines Mädchens sagte, dass sie von fünf Männern vergewaltigt und dann von den Tätern gehängt wurden", sagte ein Polizeisprecher. Eine Untersuchung der Toten bestätigte den Missbrauch. Den Behörden zufolge könnten sich die Mädchen aber auch nach der Tat selbst erhängt haben.

Vier Verdächtige wurden zwischenzeitlich festgenommen, unter ihnen ein Polizist. Der Leichenfund hatte im Dorf Proteste gegen die Polizei ausgelöst. Die Bewohner warfen ihr vor, nicht auf die Vermisstenanzeige reagiert und die Suche verzögert zu haben. Sie blockierten eine Straße und forderten Konsequenzen für die verantwortlichen Beamten. Daraufhin wurden drei Polizisten suspendiert und gegen zwei weitere Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verschwörung mit den Tätern und Verzögerung der Suche aufgenommen. Die Polizei versprach, mit einem 60-köpfigen Team nach dem letzten Verdächtigen zu fahnden und diesen bald festzunehmen.

In Indien wird laut Statistik alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt - wobei die Dunkelziffer noch weit höher liegen dürfte, weil die meisten Opfer sich nicht an die Öffentlichkeit trauen.

Quelle: ntv.de, jve/dpa

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