Panorama

"New York Times" erlebt Shitstorm Guacamole ist kein Erbsenpüree

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So sieht eine relativ klassische Guacamole (ohne Erbsen) aus.

(Foto: AP)

Mit der kulinarischen Neuinterpretation des Avocados-Dips Guacamole hat die "New York Times" zahlreiche Menschen gegen sich aufgebracht. Zutat des Anstoßes sind die in dem Rezept verwendeten Erbsen. Da muss sogar Präsident Obama einschreiten.

Mit einem Rezept für Guacamole hat die "New York Times" im Internet einen Sturm der Entrüstung losgetreten und sogar Kritik von US-Präsident Barack Obama eingefahren. Die grünen Hülsenfrüchte verschafften dem in den USA beliebten Avocado-Dip eine "intensive Süße und stückige Struktur", schrieb das Blatt in seinem populären Rezepte-Teil. Die Erbsen verhinderten außerdem, dass der Dip sich unappetitlich braun färbe.

Köche und Food-Blogger liefen unter #guacamolegate Sturm. Ein Avocado-Züchterverband twitterte: "Stoppt den Guacamole-Wahnsinn jetzt. Erbsen raus!" Auch Politiker schalteten sich ein: Die republikanische Partei im Staat Texas, wo mexikanische und Tex-Mex-Küche sehr beliebt ist, stufte das Rezept als "Kriegserklärung" ein. Auch Präsidentschaftskandidat Jeb Bush reagierte mit einem entschiedenen Nein. Schließlich schaltete sich sogar Obama in die Debatte ein. Er respektiere die "New York Times", schrieb er auf Twitter, aber Erbsen in Guacamole kaufe er der Zeitung nicht ab. "Zwiebeln, Knoblauch, Chilischoten. Klassiker", schrieb Obama.

Allerdings ließe sich selbst über Obamas Rezept streiten, auf deutschen Koch- und Rezeptseiten wird eine Guacamole noch einfacher zubereitet: Die Avocado halbieren, den Kern entfernen, mit einem Löffel das Fruchtfleisch von der Schale trennen. Dann die Avocado in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken, mit Zitronensaft, Knoblauch, Salz und Pfeffer würzen. Der Zitronensaft verhindert übrigens auch wirksam, dass die Masse braun wird. Dazu bedürfte es der Erbsen also nicht. In anderen Rezepten werden noch gehackter Koriander, Zwiebel, grüne Chilis oder Tomatenwürfel hinzugefügt, niemals jedoch Erbsen. Das ultimative Rezept von n-tv.de finden Sie hier.

Uraltes Rezept

Der Food-Website "GourmetSleuth" zufolge rührten erstmals die Azteken im antiken Mexiko des 14. Jahrhunderts das grünliche, leicht klumpige Püree an. Demnach hielten sie Guacamole für ein Aphrodisiakum. Die Paste erfreut sich in den USA an zunehmender Beliebtheit, auch weil die Hauptzutat Avocado wegen ihrer ungesättigten Fettsäuren und Vitamine als sehr gesund beworben wird.

Die  "New York Times", die in dem neuen Rezept auch geröstete Sonnenblumenkerne verwendete, verteidigte sich und schrieb am Donnerstag: "Einige mutige Seelen haben das Undenkbare getan: Sie haben es probiert." Den meisten habe es nicht geschadet, geschmeckt habe der Dip übrigens wie Guacamole.

Quelle: ntv.de, sba/dpa