Panorama

Duisburger Loveparade Gullydeckel als Stolperfalle?

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In dem Tunnel kamen 21 Menschen ums Leben.

(Foto: dpa)

Ein nur provisorisch gesicherter defekter Gully-Deckel könnte einem Fernsehbericht zufolge zum Unglück bei der Duisburger Loveparade mit 21 Toten beigetragen haben. Der Gully auf der Zugangsrampe zum Veranstaltungsgelände sei mit einem Bauzaun lediglich notdürftig abgedeckt gewesen, berichtete der WDR. An dieser Stelle seien zahlreiche der 21 Menschen zu Tode gekommen. Nach Aussagen einer Zeugin sei der Bauzaun und die darunter liegende Grube eine gefährliche Stolperfalle gewesen. Nur wenige Minuten vor dem tödlichen Unglück sei sie bis zum Oberschenkel tief in das Loch abgerutscht, sagte die Frau laut WDR.

Eine Zeugin sagte dem "Kölner Express", sie sei an dem aus dem Boden ragenden Gully gestürzt. Sie habe sich aber wieder aufrappeln und an einer Freundin festhalten können. Das habe ihr das Leben gerettet.

Untersuchungen laufen noch

Nach WDR-Informationen wollen die Ermittler prüfen, ob der offenbar schlampig abgesicherte Gullydeckel Mitauslöser für die zahlreichen Todesfälle war. Ob der Gully bereits Gegenstand von Ermittlungen ist, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Rolf Haferkamp nicht. Im Rahmen der Tatortaufnahmen sei alles Wichtige aufgenommen worden. Wenn der Gully eine Rolle gespielt haben könnte, werde das untersucht, sagte er der dpa.

Während der Loveparade am 24. Juli war an dem überfüllten Zugangstunnel zu dem Veranstaltungsgelände eine Massenpanik ausgebrochen. Zahlreiche junge Menschen wurden zu Tode getrampelt und gequetscht. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt.

Unklar ist bislang, wer strafrechtlich für die Tragödie verantwortlich ist - die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg und einer bei der Kölner Polizei angesiedelten Kommission dürften noch geraume Zeit dauern. Zuletzt schoben sich Stadt, Veranstalter und Polizei gegenseitig die Verantwortung zu.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP