Panorama

Tod im JVA-Besuchsraum Häftling tötet Freundin

Nach der Bluttat im Gefängnis von Remscheid, bei der ein Häftling seine Lebensgefährtin tötete, sind die Hintergründe für die Tat weiter unklar.

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Blick auf die JVA Remscheid.

(Foto: APN)

Bei einem Besuch im Remscheider Gefängnis ist eine 46-Jährige von ihrem Freund, einem verurteilten Mörder, getötet worden. Nach ersten Ermittlungen der Mordkommission versuchte der 50-Jährige danach, sich selbst das Leben zu nehmen. Der Mann verletzte sich schwer, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Die Tat habe sich am Sonntag in einem besonderen Raum für Langzeitbesuche ereignet, in dem ausgewählte Gefangene mit Ehepartnern oder Lebensgefährten unüberwacht allein zusammen sein können, teilte das Justizministerium in Düsseldorf mit. Justizbeamte hatten nach Ablauf der Besuchszeit die 46-Jährige tot in dem Besucherraum gefunden.

In den vergangenen Jahren hatten wiederholt Zwischenfälle in nordrhein-westfälischen Gefängnissen für Aufsehen gesorgt. So war in Siegburg 2006 ein Häftling gefoltert und ermordet worden, in Aachen konnten im November 2009 die Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski aus dem Gefängnis ausbrechen. Sie konnten erst nach tagelanger Flucht wieder gefasst werden.

Verurteilter Kinder- und Sexualmörder

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Raum für Langzeitbesuche in einer JVA.

(Foto: dpa)

Der Remscheider Häftling ist ein zu lebenslanger Haft verurteilter Kinder- und Sexualmörder. Er konnte offenbar zwei Messer und einen Radmutterschlüssel in den Besucherraum schmuggeln. Er sei vor der Tat im Gegensatz zu seiner Lebensgefährtin nicht durchsucht worden, dies sei auch nicht üblich, räumte Gefängnisleiterin Katja Grafweg ein. Der 50-Jährige saß 19 Jahre hinter Gittern und hätte noch mindestens ein Jahr Haft verbüßen sollen. Der Mann habe sich seit vier Jahren mit der Frau getroffen. Vor solchen Treffen in dem Besucherraum stehe eine Zulassungsprüfung. Bis zum Sonntag habe es bei den Besuchen keine Probleme gegeben.

Justizministerin am Tatort

Die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) war noch am Sonntag in das Remscheider Gefängnis geeilt, um sich zu informieren. Sie äußerte sich bestürzt über die Tat: "Das Geschehen macht mich fassungslos. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Opfers", sagte die Ministerin. "Das Geschehen muss rückhaltlos aufgeklärt werden. Und wir müssen gegebenenfalls Konsequenzen ziehen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt", sagte Müller-Piepenkötter. Sie kündigte an, am Mittwoch den Rechtsausschuss des Landtags über die Vorgänge zu unterrichten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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