Panorama

Störung der Religionsausübung Härtere Strafe für Kirchenstörer

Der Kirchenstörer von Erfurt ist am Mittwoch zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie hat damit in der Neuverhandlung die Verurteilung des Bibelfanatikers Christian Arnhold aus Berlin nicht nur wegen Hausfriedensbruchs, sondern auch wegen Störung der Religionsausübung erreicht. Die Verteidigung plädierte auf fünf Monate Haft und eine Geldstrafe. Der 31-Jährige störte 2004 den zentralen Festgottesdienst am Tag der deutschen Einheit.

Der Hartz IV-Empfänger hatte im Erfurter Dom die Predigt des Thüringer Landesbischofs Christoph Kähler mit Schreien unterbrochen und mit Flugblättern um sich geworfen. Es gehe nicht um die Inhalte, sondern um Zeit und Ort, sagte die Vorsitzende Richterin Sabine Rathemacher in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte müsse sich legale Möglichkeiten suchen, seinen Anliegen Nachdruck zu verleihen. Zudem müsse er akzeptieren, dass viele Christen die Gesetze des Staates respektierten.

Das Landgericht Erfurt hatte Arnhold im Juli 2005 zu fünf Monaten Haft wegen Hausfriedensbruchs verurteilt worden. Dagegen war die Staatsanwaltschaft in Revision gegangen. Arnhold kann gegen das Strafmaß Revision einlegen.

Quelle: ntv.de