Panorama

Ausländer zusammengeschlagen Haftbefehl in Prenzlau

Nach einem fremdenfeindlich motivierten Angriff auf zwei Ausländer im brandenburgischen Prenzlau ist gegen einen 23-Jährigen Haftbefehl wegen versuchten Mordes ergangen. Der Rechtsextreme soll am 20. April einen Inder zusammengeschlagen und zuvor einen Südamerikaner attackiert haben, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt von Neuruppin, Gerd Schnittcher. Gegen einen 25-Jährigen war Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt worden. Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder) kam der Mann gegen Auflagen auf freien Fuß, der Hauptbeschuldigte in Untersuchungshaft.

Die Angriffe erfolgten aus einer Gruppe von vier Personen heraus, die zuvor den Jahrestag des Hitler-Geburtstags gefeiert hätten, hieß es. Der Hauptbeschuldigte soll zunächst den Südamerikaner grundlos angerempelt haben. Dann schlug er den Ermittlungen zufolge dem 30-jährigen Inder mit den Worten "Ausländer! Türke!" mehrfach ins Gesicht und trat ihm in den Bauch. Anschließend habe er dem am Boden liegenden Opfer noch einmal kräftig gegen den Kopf getreten. Der Mann wurde dadurch bewusstlos. Nach Auskunft von Schnittcher wollte der Ausländer nicht stationär im Krankenhaus bleiben.

"Es gibt keinen Zweifel an einem ausländerfeindlichen Motiv." Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mordversuch aus, da bei schweren Tritten gegen den Kopf der Tod des Opfers billigend in Kauf genommen werde. Der Hauptbeschuldigte ist nach Schnittchers Angaben unter anderem wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgefallen. Gegen zwei weitere Rechtsextreme werde ermittelt.

Quelle: ntv.de