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Ursache für Fukushima-Havarie klar? "Hat mit Restrisiko nichts zu tun"

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Rein statistisch gesehen droht in Japan infolge von Tsunamis alle 30 bis 35 Jahre die Havarie eines Kraftwerks.

(Foto: AP)

Eine Auswertung historischer Daten hat ergeben, dass in Japan im Schnitt alle 36 Jahre eine über zehn Meter hohe Flutwelle zu erwarten ist. Die Atomanlagen des Landes sind darauf jedoch nicht ausgelegt. Steht damit die Ursache für die Fukushima-Katastrophe fest?

Eine bisher unveröffentlichte Studie des technischen Verbands der deutschen Kraftwerksbetreiber, VGB PowerTech, führt das Unglück in Fukushima auf den mangelnden Tsunami-Schutz der Anlage zurück. "Fukushima hat mit Restrisiko nichts zu tun", sagte der Leiter des Bereichs Kernkraftwerke beim VGB, Ludger Mohrbach.

Mohrbach, der die Studie verfasst hat, kam bei der Auswertung der historischen Daten zu Tsunamis zu dem Ergebnis, dass in Japan im Schnitt alle 36 Jahre eine über zehn Meter hohe Flutwelle zu erwarten sei. Da die japanischen Atomanlagen jedoch nur für bis zu zehn Meter hohe Tsunamis ausgelegt sind, drohe rein statistisch gesehen alle 30 bis 35 Jahre die Havarie eines Kraftwerks.

Evakuierungszone erweitert

Die ersten Bewohner der erweiterten Evakuierungszone um die Atomruine Fukushima haben mittlerweile ihre Häuser verlassen. Der Bürgermeister der Stadt Kawamata verabschiedete etwa 50 Menschen: "Ich weiß, dass Sie besorgt sind, aber wir werden die Schwierigkeiten gemeinsam bewältigen." Die Bewohner bekamen Schlüssel für öffentliche Wohnungen außerhalb der Stadt, in denen sie bis auf weiteres wohnen sollen.

Die Regierung hatte die Bewohner eines Teils von Kawamata und Minamisoma sowie der Städte Iitate, Katsurao und Namie am 22. April aufgefordert, sich innerhalb etwa eines Monats in Sicherheit zu bringen. Grund ist die Sorge, dass dort die Strahlenbelastung innerhalb eines Jahres zu stark werden könnte.

Betroffen sind rund 10.500 Menschen. Die Städte liegen außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW Fukushima Eins. Diese darf nur noch mit staatlicher Sondergenehmigung und unter Sicherheitsauflagen betreten werden.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP