Panorama

Zu viele Ziegen gefressen Heiliges Krokodil stirbt an Verfettung

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Dalaphar war das letzte Krokodil im Tempelteich von Hazrat Khan Jahan Ali.

(Foto: imago/UIG)

Eine Obduktion bringt traurige Gewissheit: Krokodildame Dalaphar hat sich überfressen und erliegt ihrer Fettleibigkeit. Zuvor genießt das heilige Tier in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka ein Jahrhundert lang maßlose Völlerei.

Ein Jahrhundert lang bewohnte Krokodilweibchen Dalaphar ihren Tümpel in einer Tempelanlage in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Wie die "Bild"-Zeitung nun berichtet, verstarb das Tier nun in seinem Tempelteich.

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Zu den üblichen Ritualen in dem Tempel gehörte auch ein Bad in dem Krokodilteich.

(Foto: imago stock&people)

Einheimische verehrten das heilige Krokodil und fütterten es täglich mit schmackhaften Opfergaben. Auf dem Speiseplan standen Ziegen und Hühner. Diese Essgewohnheiten wurden der 100-jährigen Krokodildame nun zum Verhängnis. Ein Obduktionsteam aus vier Ärzten untersuchte den Leichnam des 2,70 Meter Kolosses und kommt laut einem zuständigen Beamten zu einem einstimmigen Ergebnis: "Man fand heraus, dass Dalaphar an Übergewicht und Fettleibigkeit starb", wird Dr. Sukhendra Shekar Gain von der landesweiten Zeitung "Financial Express" zitiert.

Vor 600 Jahren errichtete der bedeutende Architekt Hazrat Khan Jahan Ali jenen Tempel zu dem auch der Teich gehört. Er setzte das erste Krokodilpärchen darin aus und rief so die Tradition ins Leben. Dalaphar war das letzte Reptilienexemplar aus dieser besonderen Linie. Zuvor waren bereits drei andere Krokodile gestorben.

Zuletzt sorgte Bangladeschs besondere Art der Krokodilverehrung 2008 für Schlagzeilen. Damals war ein 25-Jähriger, in der Hoffnung auf Segnung, in den Teich gestiegen und wurde von den Tieren zerfleischt. Laut einer "Spiegel"-Meldung von damals stufte ein Polizist diesen Vorfall als ungewöhnlich ein. Normalerweise seien die Krokodile "sehr freundlich".

Quelle: n-tv.de, lda

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