Panorama

Flugzeugabsturz im Sauerland Helfer suchen zweiten Insassen

Die Übung ist ein Routineflug: Zwei Eurofighter sollen eine Maschine zum nächsten Flugplatz geleiten. Doch dann geht alles furchtbar schief. Vermutlich sterben bei dem Unglück zwei Menschen, doch bisher sind die Opfer nicht geborgen.

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Eurofighter kollidiert mit Learjet: Nach dem folgenschweren Crash in der Luft flog der beschädigte Kampfjet Richtung Köln, um auf dem Fliegerhorst Nörvenich zu landen.

Nach dem Absturz eines Flugzeuges im Sauerland wird die Suche nach dem zweiten Insassen der Maschine am Morgen fortgesetzt. Ein Sprecher der Polizei sagte, die Arbeiten seien in der Nacht etwa um 2.30 Uhr unterbrochen worden. Mindestens einer der beiden Insassen des Learjets kam wohl bei dem Unglück ums Leben.

Wie die Polizei weiter mitteilte, kollidierte die Maschine, die im Auftrag der Bundeswehr ein Flugziel simulierte, in etwa 2500 Metern Höhe mit einem Eurofighter der Luftwaffe. Die Flugzeuge seien an Flügeln und Rumpf miteinander kollidiert. Hinweise, wie es zu dem Unfall kommen konnte, gebe es keine, hieß es. Die Bundeswehr-Piloten seien sehr erfahren gewesen. Sie werden nun psychologisch betreut und in den nächsten Tagen befragt.

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Die Trümmerteile sind weit verstreut.

(Foto: dpa)

Bei dem Zusammenstoß wurde ein Triebwerk des Learjets abgerissen. Dieses prallte anschließend auf eine Straße. Das Flugzeug selbst stürzte in etwa 90 Metern Entfernung zu einem Wohnhaus bei Olsberg-Elpe in Nordrhein-Westfalen in ein Waldstück. Dort ging es in Flammen auf.

Flugziel simuliert

Nahe der schwer zugänglichen Absturzstelle seien Leichenteile gefunden worden. Es handele sich vermutlich um einen der beiden Insassen. Nach Polizeiangaben sind die Insassen der Unglücksmaschine 50 sowie 43 Jahre alt und stammten aus Schleswig-Holstein. Der Learjet war laut Bundeswehr für die in Hohn (Kreis Rendsburg-Eckernförde) stationierte Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD) unterwegs. Die GFD unterstützt die Bundeswehr bei Übungen.

Bei dem an der Kollision beteiligten Eurofighter wurde ein gefüllter  Tank abgerissen. Die Bundeswehr-Maschine konnte aber sicher zu ihrer Basis auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln zurückkehren. "Eine Glanzleistung", sagte ein Sprecher des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31. Ein weiterer an der Übung am Montag beteiligter Eurofighter konnte nach dem Unglück ebenfalls sicher landen. Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass der Zusammenstoß in einer Höhe von drei bis fünf Kilometern Höhe geschah.

An der Unfallstelle laufen die Untersuchungen. Daran sind die Flugsicherheit der Bundeswehr sowie die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung beteiligt. Unter anderem sollen die Aufzeichnungssysteme der Flugzeuge ausgewertet werden. Bei der Übung ging es um zivile Flugzeuge in Notsituationen, die sich nicht mehr über Funk melden können. Zwei Eurofighter nehmen im Ernstfall Sichtkontakt auf und leiten die Maschine zum nächsten Flugplatz. Ein Kampfjet fliege dabei in einem Abstand von 500 bis 1.000 Metern neben dem Zivilflugzeug, teilte die Bundeswehr mit. "Eigentlich Routine", meinte ein Luftwaffen-Sprecher.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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