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In Scituate, Massachusetts, lässt der Sturm Wellen an die Häuser krachen. Die Temperaturen sollen am Wochenende auf minus 30 Grad sinken.
In Scituate, Massachusetts, lässt der Sturm Wellen an die Häuser krachen. Die Temperaturen sollen am Wochenende auf minus 30 Grad sinken.(Foto: REUTERS)
Samstag, 04. Januar 2014

Schneesturm bei minus 30 Grad Celsius: "Hercules" hat US-Ostküste im Griff

Einen gewichtigen Namen bekommt der Blizzard, der bereits mehreren Menschen den Tod gebracht hat: "Hercules". Er legt ganze Landesteile lahm. In einigen Regionen wird es so kalt wie seit 15 Jahren nicht. Meteorologen warnen vor "arktischen Wogen".

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Ein seit Tagen in den USA wütender Schneesturm namens "Hercules" hat Millionen Amerikanern einen bitterkalten Start ins neue Jahr beschert. Der Nationale Wetterdienst kündigte für das Wochenende Temperaturen von minus 30 und eine gefühlte Kälte von minus 45 Grad Celsius an. In Teilen des Mittleren Westens wurden die tiefsten Temperaturen seit rund 15 Jahren erwartet. Die Meteorologen warnen vor "arktischen Wogen".

Glatte Straßen ließen Autofahrten in mehreren Bundesstaaten in der Osthälfte des Landes zu gefährlichen Rutschpartien werden. Einige Unfälle endeten tödlich, berichten US-Medien übereinstimmend. Zudem erfror eine an Alzheimer leidende 71-jährige Frau im Norden des Bundesstaats New York, als sie sich in klirrender Kälte verirrte. In Philadelphia kam Medienberichten zufolge ein Straßenarbeiter ums Leben, der unter einem Berg von Streusalz begraben wurde. Mindestens neun weitere Todesfälle werden dem Winterwetter zugerechnet.

New York, die Stadt, die niemals schläft, liegt unter einer Schneedecke begraben.
New York, die Stadt, die niemals schläft, liegt unter einer Schneedecke begraben.(Foto: AP)

Seit Donnerstag behindern teils heftige Schneefälle den Verkehr im Nordosten der USA. In Metropolen wie Boston, Washington und Philadelphia waren Räumdienste im Dauereinsatz. Allein in New York waren laut CNN 24.000 Räumfahrzeuge unterwegs.

Flugzeuge müssen enteist werden

Das Flugportal FlightAware.com meldete landesweit mehr als 3000 Flugausfälle und mehr als 11.000 Verspätungen, wobei die Seite nicht zwischen wetterbedingten und technischen Ausfällen unterscheidet. Auf einer "Misery Map" (Kummer-Karte) zeigte die Website New York und Chicago als die am schlimmsten betroffenen Flughäfen an. Maschinen mussten enteist werden und einige wegen schlechter Sicht stundenlang auf die Starterlaubnis warten. An manchen Flughäfen stellten Mitarbeiter Pritschen auf, um wenigstens einigen gestrandeten Reisenden ein paar Stunden Erholung zu ermöglichen.

Tausende Schüler genossen dagegen wetterbedingte Schulausfälle und stürzten sich mit Schlitten und warmer Winterkleidung in die Schneemassen. New Yorker verbreiteten im Internet Tipps für die besten Rodelpisten in und um den Stadtteil Manhattan. Für den erst am Mittwoch vereidigten neuen Bürgermeister der Stadt, Bill de Blasio, wurde der Wintersturm zur ersten Bewährungsprobe. Nach einem Schneesturm im Jahr 2010 hatte er das winterliche Krisenmanagement seines Vorgängers Michael Bloomberg in der Acht-Millionen-Metropole kritisiert - und wollte den Job nun selbst besser machen.

Quelle: n-tv.de