Panorama

Nur Fundament soll bleiben Hitlers Geburtshaus wird abgerissen

7647ab8517441364fd866947d683536e.jpg

Vor dem Haus in Braunau steht ein Gedenkstein, der an die deutschen Gräuel unter Hitler.

(Foto: REUTERS)

Um die Entstehung eines Pilgerortes für Neonazis zu verhindern, will Österreich Hitlers Geburtshaus abreißen. Innenminister Sobotka will sich die Enteignung der Besitzerin vom Parlament bestätigen lassen. Auch die Zukunft des Areals steht schon fest.

Das Hitler-Geburtshaus in Braunau am Inn soll abgerissen und an seiner Stelle ein neues Gebäude errichtet werden. Das sagte Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka von der ÖVP der Zeitung "Die Presse". "Die Kellerplatte kann bleiben, aber es wird ein neues Gebäude errichtet."

Er folge damit einer Empfehlung einer Expertenkommission, sagte Sobotka. Das neue Gebäude solle von einer sozialen Einrichtung oder von Behörden genutzt werden. "Es wird keinen Wiedererkennungswert haben", so ein Sprecher des Ministeriums.

Das Haus war immer wieder Ziel von Neonazis aus Europa, die an dieser Stelle Erinnerungsfotos schossen. Österreich will verhindern, dass das Haus zu einer "Pilger- und Gedenkstätte" für Neonazis wird.

Sobotka kündigte an, er wolle nun die von der Regierung beschlossene Enteignung des Hauses vom Parlament absegnen lassen. Das Haus, in dem der spätere Diktator (1889-1945) sein erstes Lebensjahr verbracht hatte, ist in Privatbesitz. Mieter war seit Jahrzehnten der Staat, der dort eine Behindertenwerkstätte betrieb.

Da sich die Besitzerin geweigert hatte, nötige Umbauten vorzunehmen, stand es seit Jahren leer. Zuletzt war immer wieder erörtert worden, ob Denkmalschutzauflagen - das gesamte Ensemble der sogenannten Salzburger Vorstadt in Braunau ist geschützt - einen Abriss verhindern könnten.

Quelle: ntv.de, mli/dpa