Panorama

Brennpunkt Schultoilette Ideen für schönere Klos gesucht

... und Toiletten in einem mangelhaftem Zustand vor.

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Bekritzelte Wände, schmutzige Toilettenschüsseln, fehlendes Klopapier: Schultoiletten sind vielerorts eine Stätte des Grauens. Schüler wie Eltern beklagen seit Langem die Zustände. Die Schulen ihrerseits verweisen auf fehlendes Geld für Reinigung und Instandhaltung, aber auch auf Zerstörungswut oder zumindest Nachlässigkeit von Schülern.

Die Organisation German Toilet Organization (GTO) will sich mit einer neuen Aktion für bessere Sanitäranlagen an deutschen Schulen einsetzen. Toiletten seien sehr zum Leidwesen der meisten Schülerinnen und Schüler in vielen Schulen "Brennpunkte", erklärte die in Berlin ansässige weltweit tätige Hilfsorganisation. Eigentlich hat sie sich vor allem der Behebung sanitärer Missstände in Entwicklungsländern verschrieben. Nun will sie auch im Inland das Bewusstsein für die mit dem Thema Hygiene verbundenen sozialen Probleme schärfen.

In der ersten Januarwoche können sich interessierte Schulen bei der GTO für ein Beratungsprogramm anmelden, bei dem in der dritten Januarwoche Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation auf Schultoiletten entwickelt werden sollen. Das Angebot richte sich zunächst an Einrichtungen in Berlin und Brandenburg, aber auch Schulen in anderen Teilen Deutschland seien zum Mitmachen eingeladen, sagte GTO-Geschäftsführer Thilo Panzerbieter. Je nach regionalem Interesse werde dann entschieden, wie das Programm ausgestaltet werde, um alle zu beteiligen. Die Aktion sei nur ein "erster Anschub", das Thema mehr ins Bewusstsein zu bringen.

Mit Dekoration gegen Vandalismus

Bei dem Programm sollen alle Beteiligten - Schüler, Schulleitung, Lehrer, Putzkräfte und Hausmeister und eventuell Eltern - zusammenkommen. Die Idee sei aufgrund der Erfahrungen bei früheren Aktionen in Schulen entstanden, in denen die GTO über Entwicklungsländern berichtet habe, sagte Panzerbieter. Dabei sei immer wieder auch der Zustand der eigenen Schultoiletten thematisiert worden, etwa Vandalismusprobleme oder mangelhafte Instandhaltung. Zugleich sei deutlich geworden, dass an einigen Schulen durch "kreative Ideen" Abhilfe geschaffen worden sei. Als Beispiele nannte Panzerbieter die Einführung von "WC-Schlüsseldiensten" oder die Dekoration der Sanitärräume durch Schüler. Die Aktion solle zur Verbreitung von Ideen anregen und Betroffene zusammenbringen.

Konkreter Anlass für die GTO-Aktion ist der Berlin-Besuch des US-Amerikaners Tom Keating, dessen Schulklo-Aufwertungsprojekt CLEAN in den USA seit 1996 läuft. Der frühere Lehrer hat es damit in den USA zu einiger Bekanntheit gebracht.

Die GTO ist eine 2005 gegründete Nichtregierungsorganisation, die sich vor allem dem existenziellen Problem der fehlenden sanitärer Grundversorgung in den Entwicklungsländern widmet. Nach Schätzung von UN-Experten hat etwa die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu angemessenen Toilettenanlagen. Die Folge sind Krankheiten, vor allem bei Kindern, Umweltprobleme sowie vielfältige weitere soziale Probleme, die die Armutsbekämpfung massiv behindern. Die GTO arbeitet unter anderem auch mit der UN zusammen, bei der Sanitär-, Hygiene- und Wasserprobleme ganz weit oben auf der entwicklungspolitischen Agenda stehen.

Quelle: ntv.de, AFP

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