Panorama

Bewaffneter Raubüberfall Imbissbesitzer wehrt sich mit Ignoranz

Das hatte sich der Räuber so vorgestellt: Er kommt kurz vor Ladenschluss in den Imbiss, macht dem Besitzer Angst und sahnt die Tageseinnahmen ab. Doch er hat nicht mit der Seelenruhe seines ausgewählten Opfers gerechnet.

Ein Imbissbesitzer hat im neuseeländischen Christchurch eine ganz besondere Methode gefunden, sich gegen einen bewaffneten Räuber zur Wehr zu setzen. Statt die Hände zu heben und vielleicht sogar die Kasse zu öffnen, entschied sich Said Ahmed dafür, den maskierten Mann, der es auf seine Tageseinnahmen abgesehen hatte, einfach mit Nichtachtung zu strafen.

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Wie der britische "Guardian" berichtet, wurde der Laden von Said Ahmed am Samstagabend überfallen. Der gebürtige Ägypter bereitete gerade für einen Kunden ein Geflügelgericht zu. Es war bereits spät am Abend, die meisten anderen Geschäfte auf der Straße hatten bereits geschlossen, Auch Ahmed hoffte, bald nach Hause gehen zu können. Bilder der Überwachungskamera, die die Polizei veröffentlichte, zeigen, wie Ahmed freundlich lächelt, als der Räuber das Geschäft betritt. "Der Mann wollte mich erschrecken, und ich beschloss, dass ihm das nicht gelingen würde", sagte Ahmed der Zeitung.

Stattdessen packt Ahmed dem anderen Kunden sein Essen ein und kassiert ihn ab. Er habe gewollt, dass der Mann das Geschäft verlassen kann und damit nicht länger in Gefahr ist, berichtete der Imbissbesitzer. Währenddessen steht der maskierte Räuber mit einer Waffe in der Hand etwas hilflos im Laden herum. Offenbar ist er verwirrt von Ahmeds scheinbarer Sorglosigkeit.

Einfache Rechenaufgabe

Nachdem der Kunde mit dem Geflügelgericht den Imbiss verlassen hat, dreht sich der Besitzer weg und geht in die Küche, um die Polizei anzurufen. "Ich sagte mir: Wenn er jetzt schießt, ist er weiter von meinem Körper entfernt und ich werde nicht so schwer verletzt, wie, wenn er direkt auf mein Herz oder meinen Kopf schießen kann."

Der bewaffnete Mann verlässt schließlich ohne ein Wort und auch ohne Beute den Laden. Ahmed ist sicher, ihn mit seiner Weigerung in Panik zu geraten, verwirrt zu haben. "Ich hatte keine Angst, so nahm ich ihm seine Macht", berichtete der Mann, der vor 20 Jahren aus Ägypten nach Neuseeland gekommen war. Sein Herz habe schnell geschlagen, er sei auch erschrocken gewesen, aber in diesen 20 Jahren habe er Neuseeland als sicheres Land erlebt. Deshalb habe er trotzdem ruhig bleiben können. Die Polizei sucht nun mit dem Video aus der Überwachungskamera nach dem Räuber.

Quelle: n-tv.de, sba

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