Panorama

Komasaufen ist rückläufig Immer mehr kennen ihr Limit

Die Jugend-Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit" zeigt möglicherweise Wirkung. Immer mehr Jugendliche erfahren von den Folgen des Alkoholkonsums. Innerhalb von vier Jahren geht der Anteil der sogenannten Koma-Säufer erheblich zurück. Dennoch ist der Zahl der Rauschtrinker in Deutschland erschreckend hoch.

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Gestellte Szene in Hannover.

(Foto: dapd)

Trinken bis zum Vollrausch - bei immer mehr Jugendlichen in Deutschland ist das verpönt. Der Anteil der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren, die mindestens einmal im Monat volltrunken waren, sank laut einer Studie binnen vier Jahren von 20,4 auf 15,2 Prozent, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Berlin bekannt gab. BZgA-Chefin Elisabeth Pott wertete dies als Erfolg der vor drei Jahren gestarteten Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit".

Neben einem Rückgang beim sogenannten Komasaufen zeichnet sich laut Studie auch eine grundsätzlich kritischere Einstellung gegenüber Alkohol ab. Immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland glauben demnach, dass maßvoller Alkoholkonsum einen positiven Einfluss auf die Gesundheit habe. Zudem halten immer mehr einen Alkoholrausch für eine große Gesundheitsgefahr.

Mit 15 Prozent sei das Rauschtrinken bei Jugendlichen aber nach wie vor "erschreckend hoch", erklärte Pott. Denn dies bedeute, dass mehr als 700.000 Jugendliche dieser Altersgruppe weiterhin riskant Alkohol trinken.

Jungs trinken doppelt so viel wie Mädchen

Handlungsbedarf sieht sie vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Laut Studie hat sich jeder fünfte Zwölf- bis 17-Jährige und mehr als jeder zweite 18- bis 25-Jährige in den letzten 30 Tagen in einen Rausch getrunken. Damit tritt riskantes Trinkverhalten bei den jungen Männern doppelt so häufig auf wie bei den gleichaltrigen Mädchen und jungen Frauen.

Die Kampagne, die vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) unterstützt wird, wird laut BZgA deshalb künftig geschlechtsspezifisch ausgerichtet. Die Internetseite hält erstmals spezielle Informationsbereiche für Mädchen und Jungen bereit. Auch die neuen Plakatmotive sind geschlechtsspezifisch ausgerichtet. Ferner hat die BZgA einen neuen Spot entwickelt, der im Herbst bundesweit in den Kinos anläuft.

Quelle: ntv.de, dpa