Panorama

Jahrelanger Trend gestoppt Immer weniger Frauen bleiben kinderlos

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Auch unter Akademikerinnen nimmt die Zahl der Mütter wieder zu.

(Foto: dpa)

Jede fünfte Frau in Deutschland bekommt keine Kinder. Dass sich diese Quote nach jahrelangem Aufwärtstrend stabilisiert hat, werten Statistiker als Ergebnis einer veränderten Familienpolitik. Denn auch Akademikerinnen werden öfter Mutter.

Der langjährige Trend zur Kinderlosigkeit in Deutschland ist nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes offenkundig gestoppt. Etwa jede fünfte Frau bleibe "endgültig kinderlos" - eine Quote, die sich seit einigen Jahren stabilisiert habe, wie die Wiesbadener Behörde Destatis mitteilte. Vor allem Akademikerinnen bekommen heute wieder mehr Kinder. Dazu habe "nicht zuletzt die Verbesserung der Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vor allem durch den Ausbau der Kinderbetreuung, beigetragen".

Über Jahrzehnte hinweg hatte die Kinderlosigkeit in Deutschland kontinuierlich zugenommen und sich von 11 Prozent bei den 1937 geborenen Frauen bis auf 21 Prozent beim Jahrgang 1967 nahezu verdoppelt. Seit einigen Jahren beobachten die Statistiker jedoch eine Stabilisierung. Die Statistikbehörde sieht darin nicht nur eine Folge der Zuwanderung, sondern auch positive Effekte durch den Ausbau der Kinderbetreuung.

"Bei den akademisch gebildeten Frauen ist die Kinderlosigkeit in den letzten Jahren sogar zurückgegangen", sagte Destatis-Vizepräsident Georg Thiel in Berlin. So war unter den 40- bis 44-jährigen Akademikerinnen der Anteil der Kinderlosen im Vorjahr mit 25 Prozent um 3 Prozentpunkte geringer als 2012.

Mehr erwerbstätige Mütter

Akademisch gebildete Frauen kehren demnach inzwischen schneller in den Beruf zurück und arbeiten häufiger Vollzeit als noch vor acht Jahren. So arbeiteten 2016 mit 58 Prozent deutlich mehr als die Hälfte der Akademikerinnen wieder, sobald das jüngste Kind ein Jahr alt war. 2008 waren das 54 Prozent. Jede fünfte Akademikerin, deren jüngstes Kind ein Jahr alt war, arbeitete im vergangenen Jahr zudem Vollzeit. Acht Jahre zuvor waren dies nur 16 Prozent.

Ein Indiz für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist aber auch die Zunahme bei der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern. Binnen acht Jahren stieg der Anteil der erwerbstätigen Frauen mit einem einjährigen Kind demnach von 36 Prozent im Jahr 2008 auf heute 44 Prozent. Ist das jüngste Kind zwei Jahre alt, geht mit einem Anteil von 58 Prozent mehr als die Hälfte der Mütter einer Arbeit nach - 2008 waren dies erst 46 Prozent.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP