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Attacke mit Spätzle: Unbekannte bewarfen im Januar die Skulptur der Bildhauerin Käthe Kollwitz.
Attacke mit Spätzle: Unbekannte bewarfen im Januar die Skulptur der Bildhauerin Käthe Kollwitz.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 04. Mai 2013

Fiese Parolen mit Nazi-Unterton: In Berlin wächst der Schwaben-Hass

Über die zugezogenen Schwaben wird in Berlin seit Jahren gelästert - jetzt driften die Attacken ins Geschmacklose ab. Der Aufruf "Kauft nicht bei Schwab'n" prangt an Häuserwänden und erinnert an Parolen der Nazis. Die Polizei ermittelt.

Straßenschilder sind schon vor einigen Wochen "eingeschwäbelt" worden.
Straßenschilder sind schon vor einigen Wochen "eingeschwäbelt" worden.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Berliner "Spätzlekrieg" wird nun endgültig ein Thema für die Politik. Unbekannte schmierten Hassparolen gegen Schwaben an Häuserwände - und erinnern damit an antisemitische Schmähungen der Nazis. Die Wandschmiererei löst Empörung aus.

Schmierfinken hatten nachts auf eine Hauswand im Stadtteil Prenzlauer Berg mit Farbe geschrieben: "Kauft nicht bei Schwab'n" - ein Boykottaufruf, der an den Anfang der Judenpogrome der Nationalsozialisten erinnert. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

"Die Schmiererei ist eine unsägliche Aktion, für die es keine Begründung gibt", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Innensenator Frank Henkel betonte, besonders geschmacklos sei die Tatsache, dass sich diese Aktion in der Rykestraße zugetragen habe, in der sich auch eine Synagoge befindet.

Rund 200 Meter weiter wurde auf einen Container vor einer Baustelle der Spruch geschmiert: "Schwabe verpiss' dich". Pöbeleien gegen die Zugezogenen haben in den vergangenen Monaten in Berlin zugenommen - vor allem in Prenzlauer Berg rund um den auch bei Touristen beliebten Kollwitzplatz.

Straßenschilder waren dort bereits mit aufgeklebten Buchstaben "eingeschwäbelt" worden: Aus Kollwitzplatz wurde Kollwitzspätzle, aus Wörther Straße Wörther Gässle. Ein Denkmal der Künstlerin Käthe Kollwitz war mit Spätzle beworfen worden. Der anonyme Unmut regt sich gegen die Schwaben, weil sie angeblich die Besonderheiten des Stadtviertels veränderten und die Preise auf dem Wohnungsmarkt in die Höhe trieben. In Berlin leben schätzungsweise rund 300.000 Schwaben.

Quelle: n-tv.de