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Havarie vor Chinas Küste Iranischer Öltanker droht zu explodieren

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Der Supertanker "Sanchi" hatte 136.000 Tonnen Öl geladen.

(Foto: picture alliance / Uncredited/Ko)

Das Feuer auf dem havarierten Tanker vor Chinas Ostküste lodert weiter. Das Verkehrsministerium befürchtet, dass das Schiff mit seinen Tausenden Tonnen Öl explodieren könnte. Von der Crew gibt es kein Lebenszeichen.

Bei dem vor zwei Tagen nahe der chinesischen Küste in Brand geratenen iranischen Öltanker steigt die Explosionsgefahr. Der Tanker drohe "zu explodieren oder zu sinken", teilte das chinesische Verkehrsministerium mit. Bisher gebe es kein Lebenszeichen von der Besatzung auf dem brennenden Schiff.

Beim Versuch, zu den 30 Iranern und zwei Bangladeschern an Bord zu gelangen, seien den Rettungskräften giftige Rauchwolken entgegengeschlagen, erklärte das Ministerium. Auch 36 Stunden nach dem Ausbruch des Brandes auf dem unter panamaischer Flagge fahrenden und 274 Meter langen Schiff "Sanchi" loderte ein riesiges Feuer an Bord sowie auf dem umgebenden Wasser. Der Tanker hatte 136.000 Tonnen eines sehr hochwertigen Leichtöls geladen.

Zehn von China entsandte Schiffe sowie "viele Fischerboote" würden bei der laufenden Rettungsaktion helfen, hieß es aus dem chinesischen Verkehrsministerium. Auch ein Schiff der südkoreanischen Küstenwache sei vor Ort. Ein US-Marineflugzeug vom Typ P-8A Poseidon hatte am gestrigen Sonntag ein in Gebiet von 12.000 Quadratkilometern nach möglichen Überlebenden abgesucht, bevor es zurück zur Kadena-Luftwaffenbasis in Japan flog.

Zweiter Vorfall in zwei Jahren

Der Tanker gehört laut Irans Ölministerium der nationalen Tankergesellschaft NITC und wird von der iranischen Firma Glory Shipping betrieben. Am Samstagabend war das Schiff auf dem Weg nach Südkorea etwa 300 Kilometer östlich von Shanghai mit einem chinesischen Frachtschiff zusammengestoßen. Die "CF Crystal" fuhr unter Hongkonger Flagge und hatte nach Angaben der chinesischen Behörden 64.000 Tonnen Getreide geladen. Die 21 Besatzungsmitglieder des Frachtschiffs konnten unversehrt gerettet werden.

Wieviel Öl bisher aus dem Tanker ausgelaufen ist, ist nicht klar. Die Einsatzkräfte haben einen Schutzring von 18 Kilometern um das Schiff gezogen, um zu vermeiden, dass andere Schiffe zu nahe kommen. Eine Untersuchungskommission soll die Ursache des Unglücks ermitteln. Es ist die zweite Havarie eines Tankers der NITC binnen zwei Jahren. Im August 2016 war ein iranischer Supertanker mit einem Containerschiff in der Straße von Singapur zusammengestoßen.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP/dpa

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