Panorama

Beim Beten an der Klagemauer Israeli findet dicken Scheck

Vielleicht hat der junge Mann Gott um Reichtum gebeten, jedenfalls findet ein 22-Jähriger in der Klagemauer einen Scheck über sage und schreibe 100.000 US-Dollar. Ob er nun aber wirklich reich wird, werden wohl Gerichte entscheiden, denn der Scheck war auf die "heilige Klagemauer" ausgestellt.

Ein 22-jähriger Israeli hat einem Zeitungsbericht zufolge in der Klagemauer in Jerusalem einen Scheck über 100.000 Dollar (rund 70.000 Euro) gefunden. Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" schrieb, der junge Mann habe frühmorgens an der heiligsten Stätte für Juden gebetet. Dabei habe er in einer der Ritzen in der Wand einen ungewöhnlichen Zettel bemerkt und herausgezogen. Der Scheck sei in englischer Sprache an den Empfänger "Die heilige Klagemauer" ausgestellt worden. Weil er nicht mit zwei Balken als Verrechnungsscheck gekennzeichnet war, wolle der 22-Jährige ihn jetzt selbst einlösen.

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Regelmäßig werden die Zettel aus den Ritzen geklaubt und auf einem nahegelegenen Friedhof vergraben. Das Schicksal hätte auch den Scheck ereilt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Gläubige Juden stecken traditionell Zettel mit Bitten an Gott in die Ritzen der Klagemauer in Jerusalem. Einmal im Jahr werden alle Zettel eingesammelt und an einem heiligen Ort begraben. Der Rabbiner der Klagemauer, Schmuel Rabinovich, sagte der Zeitung, es sei ungehörig, fremde Zettel zu lesen. "Ich verurteile jeden Versuch, Zettel zu öffnen", sagte der Rabbiner. "Dies ist Gotteslästerung und eine Schändung der heiligen Klagemauer."

Der junge Mann mit dem Scheck habe sich inzwischen nach Haifa abgesetzt und Kontakt mit einem Rechtsanwalt aufgenommen, hieß es. Es werde nun ein Rechtsstreit zwischen ihm und der Verwaltung der Klagemauer erwartet. Eine Mitarbeiterin der Verwaltung sagte, man prüfe noch die Einzelheiten des Vorfalls.

Quelle: ntv.de, dpa