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Salz für den Kampfpiloten Israels Armee stellt Küche um

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Soldat ist nicht gleich Soldat.

(Foto: picture alliance / dpa)

Jede Armee marschiert bekanntlich auf dem Magen. Die medizinische Abteilung der israelischen Armee ist jetzt zum Schluss gekommen, dass der übliche "Einheitsfraß" beim Militär ungeeignet sei. Denn Soldaten müssen nicht nur marschieren, sondern auch tauchen, fliegen oder in großen Höhen kämpfen. Für jede körperliche Aktivität sollen die Soldaten angepasste Speisen erhalten.

Soldaten, die stundenlang im Hinterhalt liegen, werden nun Brot, Thunfisch und Wurst empfohlen, nicht aber Müsli oder Salatblätter. Alpinisten sollten Spagetti und Kartoffeln essen, aber Süßigkeiten und Mandeln meiden. Tauchern sind Energie-Plätzchen empfohlen, während von Wiener Schnitzel, Pommes und ölgebackenen Speisen abgeraten wird. Vor einem Kampfeinsatz sollen sich die Soldaten mit Datteln, Bananen und kaltem Himbeersaft stärken, jedoch weder Fleisch noch Fisch essen. Bei seiner Rückkehr, nach dem Kampfeinsatz, sollte der Soldat Reis, Käse und Hühnerbrust vorgesetzt bekommen.

Die Forscher der Armee fanden heraus, dass Gurken, Möhren und andere Speisen die Kampffähigkeit der Soldaten beeinträchtigen. Brigadegeneral Juval Chaled von der Physiologieabteilung der Armee empfahl Kampfpiloten, vor dem Flug einen halben Teelöffel Salz zu essen. Das sei zuträglich für den Salzhaushalt im Körper der Piloten und gebe ihnen ein "gutes Gefühl".

Monatelang prüften die militärischen Forscher das Verhalten und Wohlbefinden der Soldaten im Feld, um für jede Militäreinheit ein passendes Menü auszuarbeiten. Chaled erklärte, dass die Soldaten zum Beispiel nach einem körperlich anstrengenden Kampfeinsatz viele Kohlhydrate und Eiweiß benötigen, um ihre Muskeln zu regenerieren. Infolge dieses Projekts schuf die Armee neue Stellen für Diätexperten. Sie sollen nun in Militärküchen Dienst tun.

Ulrich W. Sahm

Der Nahe Osten ist sein Metier. Ulrich W. Sahm berichtet seit Mitte der 1970er Jahre aus der Region. Er ist immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der Nachricht.

Quelle: n-tv.de

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