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Atmung und Herzschlag Jackson-Arzt sparte bei Monitor

Leibarzt Conrad Murray musste sich bisher vor allem medizinisches Versagen und Vertuschungsversuche vorwerfen lassen. Nun kommt noch ein weiteres Detail hinzu. Möglicherweise hat er an medizinischer Ausrüstung gespart, die Michael Jacksons Leben hätte retten können.

War ein billigerer Herzmonitor mit Schuld an Michael Jacksons Tod? Der Arzt des 2009 gestorbenen Popsängers, Conrad Murray, soll am Material gespart haben - und damit möglicherweise den Tod des Popsängers vor gut zwei Jahren verursacht haben. Ein Zeuge sagte im Prozess gegen Murray in Los Angeles, dass der Kardiologe ein einfaches Beobachtungsgerät benutzt habe, berichtete die "Los Angeles Times". Ein anderes, das monatlich etwa 40 Dollar (knapp 30 Euro) Leihgebühr mehr gekostet hätte, hätte Alarm geschlagen und den Arzt auf Probleme seines Patienten aufmerksam gemacht.

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Murray sollte Jackson für ein Monatsgehalt von 150.000 Dollar medizinisch betreuen.

(Foto: REUTERS)

Das von Murray benutzte Gerät sei "nicht für die dauerhafte Beobachtung" geeignet gewesen, sagte der Mann, der für einen Medizinausrüster arbeitet, der Zeitung zufolge. Das Gerät, das Herzschlag und Sauerstoffwert überwacht, habe 275 Dollar gekostet. Für 750 Dollar, oder 40 Dollar im Monat Leihgebühr, habe es auch ein besseres Gerät gegeben, dass bei Problemen einen "lauten und lästigen" Ton von sich gibt, der auch außerhalb des Zimmers gehört werden könne.

Laut "LA Times" fragte Murrays Anwalt Michael Flanagan den Zeugen daraufhin, ob der einzige Unterschied zwischen den Geräten sei, dass das billigere ständig beobachtet werden müsse. Als der Mann das bejaht habe, habe Staatsanwalt David Walgren gesagt: "Das ist der große Unterschied, stimmt's? ... Möglicherweise zwischen Leben und Tod?" Kurze Antwort des Zeugen: "Yes!"

Jacksons früherer Leibarzt Conrad Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Sänger war an einer "akuten Vergiftung" mit dem Narkosemittel Propofol gestorben. Laut Anklage hat Murray "grob fahrlässig" gehandelt und den Tod durch das Verabreichen starker Medikamente herbeigeführt. Die Verteidigung will beweisen, dass der Sänger am Todestag etliche Medikamente ohne Wissen seines Arztes einnahm und sich damit versehentlich selbst tötete. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray vier Jahre Haft.

Quelle: n-tv.de, dpa

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