Panorama

Popstar zu Tode betäubt? Jackson-Telefonat vorgespielt

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Eine Flasche Propofol in Jacksons Zimmer.

(Foto: REUTERS)

In dem Prozess um seinen Tod wird Michael Jackson ein weiteres Mal beinahe lebendig. In einem Telefonat spricht er über Pläne, ein Kinderkrankenhaus zu bauen. Doch seine Stimme erschüttert die Geschworenen.

Den Geschworenen im Prozess gegen Michael Jacksons früheren Leibarzt ist die verzerrte, stammelnde Stimme des Sängers vorgespielt worden. Im Gericht von Los Angeles ließ die Anklage ein Gespräch laufen, das Conrad Murray mit seinem Patienten rund sechs Wochen vor dessen Tod im Juni 2009 aufgezeichnet hatte. Jacksons schwache Stimme ist kaum zu verstehen. Die Staatsanwaltschaft legte nahe, dass er unter dem Einfluss starker Medikamente stand.

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Sein Schlafzimmer war besser ausgestattet als eine Krankenhausapotheke.

(Foto: REUTERS)

Der Popstar spricht in der Aufnahme über seine geplanten Konzerte, seine Kinder und die eigene Kindheit. "Ich liebe sie, weil ich keine eigene Kindheit hatte", stammelt der Sänger in abgehackten Sätzen. Er könne deshalb den "Schmerz" kranker Kinder gut nachfühlen.

Caritative Ideen

Der US-Popstar hegte vor seinem Tod Pläne zum Bau eines Kinderkrankenhauses. Er wolle das "größte Kinderkrankenhaus der Welt" bauen, sagte Jackson in dem Telefonat. Mit seinem Krankenhaus werde er einmal stärker im Gedächtnis der Menschen bleiben als mit seinen Auftritten.

Das Geld für seine Pläne erhoffte Jackson sich von einer "phänomenalen" Comeback-Tour. Er wolle den Fans eine unvergleichbare Show bieten und besser sein als Elvis oder die Beatles.

Murray steht wegen fahrlässiger Tötung des Popstars vor Gericht. Er soll dem 50-Jährigen eine Überdosis des Schlafmittels Propofol gespritzt und ihn dann vernachlässigt haben. Die Anklage will beweisen, dass der 58-jährige Herzspezialist seinen Patienten mit Narkose- und Schlafmitteln über Wochen regelrecht zu Tode betäubte.

Jede Menge Medikamente

Eine Ermittlerin aus der Gerichtsmedizin, die gleich nach Jacksons Tod das Haus des Sängers durchsucht hatte, berichtete von großen Mengen an Medikamenten in Jacksons Schlafzimmer. Vor den Augen der Juroren stapelten die Staatsanwälte zahlreiche Dosen und Behälter auf. Elissa Fleak sagte, sie habe neben Schlaf- und Beruhigungsmitteln auch das Narkosemittel Propofol entdeckt. Das Verfahren in Los Angeles läuft in der zweiten Woche. Im Falle eines Schuldspruchs muss Murray mit vier Jahren Haft rechnen.

Quelle: n-tv.de, dpa