Panorama

60 Jahre lange Planungsphase Japan baut den Yamba-Damm

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Diese Gegend in der Provinz Gumma wird in ein paar Jahren von Wasser bedeckt sein.

dpa

Nun wird gesprengt: Allen Protesten zum Trotz errichtet Japan nun den teuersten Staudamm des Landes. Der Yamba-Damm in der Provinz Gumma soll bis zum Frühjahr 2020 fertig sein. Die meisten Bewohner haben die Region verlassen.

In Japan haben die Bauarbeiten zu einem der umstrittensten Staudämme des Landes begonnen. Mit Gesamtkosten von offiziell 460 Milliarden Yen (rund 3,4 Milliarden Euro) ist der bereits seit den 1950er Jahren geplante Yamba-Damm der teuerste Staudamm, der je in Japan gebaut wurde.

Ein Konsortium begann mit der Freisprengung des Felsuntergrundes. Der Damm soll bis März 2020 fertig sein. Dann wird der Fluss Agatsuma gestaut und der idyllisch gelegene Ort Naganohara in Tokios Nachbarprovinz Gumma versinken.

Die meisten Bürger haben die Region ganz verlassen, andere haben mit Staatsabfindungen in der Nähe neu gebaut. "Der Damm soll unter anderem dazu dienen, Überschwemmungen zu kontrollieren und Tokio mit Wasser zu versorgen", hatte Kazuaki Kandatsu, zuständiger Beamter im Ministerium für Land, Infrastruktur und Tourismus, kürzlich gesagt.

Kritiker bezeichnen den Damm dagegen als symbolisch dafür, wie der hoch verschuldete japanische Staat die Provinzen seit Jahrzehnten mit immer mehr Betonbauten übersäe und so die Natur verschandele. Das Inselreich Japan ist inzwischen mit rund 3000 Staudämmen überzogen.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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