Panorama

13.000 Menschen mit Hitzeschlag Japan drosselt Klimaanlagen

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Nachmittags klettert das Thermometer in vielen Orten Japans auf 35 Grad.

(Foto: AP)

Nach dem Atomunfall von Fukushima sind in Japan derzeit nur 19 von 54 AKW in Betrieb. Die anderen sind beschädigt oder wurden als Vorsichtsmaßnahme abgeschaltet. Der Strom ist deshalb seit Monaten knapp. Die Bürger sollen Strom einsparen und schalten vermehrt ihre Klimaanlagen ab. Doch das hat bereits ernste Auswirkungen.

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Viel Trinken hilft gegen die Hitze. Sogar warmer Tee ist zu empfehlen.

(Foto: AP)

Weil zum Stromsparen zahlreiche Klimaanlagen in Japan abgeschaltet wurden, erleiden in diesem Sommer besonders viele Menschen in dem Land Hitzeschläge. Mehr als 13.000 Menschen wurden seit Anfang Juni mit Hitzeschlag ins Krankenhaus gebracht, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Mehr als die Hälfte der Betroffenen waren demnach über 65 Jahre alt.

Ursache ist eine seit Beginn der Messung 1961 beispiellose Hitzewelle: Ende Juni stiegen die Temperaturen nach Angaben des Wetterdienstes landesweit auf 35 Grad Celsius. Im Schnitt lag die Temperatur damit 3,5 Grad höher als sonst üblich zu dieser Jahreszeit.

Verschärft wurde die Situation durch eine Kampagne zum Stromsparen: Da seit dem verheerenden Erdbeben und dem anschließenden Tsunami vom 11. März, bei dem das Atomkraftwerk von schwer beschädigt wurde, nur noch 19 der 54 japanischen Atomreaktoren in Betrieb sind, hat die Regierung Betriebe und Haushalte aufgerufen, ihren Stromverbrauch zu drosseln. Viele haben daher die besonders stromintensiven Klimaanlagen abgeschaltet.

Um weitere Hitzeschläge zu verhindern, rät die Katastrophenschutzbehörde jetzt, die Temperatur in Räumen auf maximal 28 Grad einzustellen und reichlich Wasser zu trinken.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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