Panorama
Freitag, 26. September 2008

Amokläufer ruft Freund an: "Jetzt bringe ich mich um"

Der finnische Schul-Amokläufer hat nach einem Bericht des Wochenmagazins "Sieben Päiwää" vor seinem Selbstmord noch mit seinem Handy einen Freund angerufen. Dabei habe er gesagt: "Ich habe gerade zehn Leute umgebracht. Jetzt bringe ich mich selber um." Das Blatt nannte in dem Bericht nicht den Namen des Angerufenen.

Auch die finnische Polizei nannte neue Details und beschrieb den Amoklauf in der Kleinstadt Kauhajoki vom Dienstag als "kaltblütige Hinrichtung". Der Amokläufer habe in dem Unterrichtsraum erst wild um sich geschossen und dann seine schwer verletzten Opfer durch gezielte Schüsse in den Kopf getötet. Nach Aussagen einer Überlebenden wirkte er dabei ruhig und sagte: "Aber ich liebe es, Leute bluten zu sehen."

Der 22-jährige Berufsschüler Matti Juhani Saari war am Dienstag mit einer Pistole sowie Sprengstoff und Chemikalien in seine eigene Schule gestürmt. Nachdem er in einem Unterrichtsraum wild um sich geschossen hatte, zündete er Sprengsätze und legte Feuer. Er erschoss sich anschließend selbst.

Inzwischen sind alle zehn Opfer identifiziert. Wie die Polizei in Helsinki mitteilte, waren mehrere der Toten bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Sie konnten nur durch DNA-Abgleiche sicher identifiziert werden. Die Polizei hält weiter persönliche Angaben zum Alter und der Identität der zehn Toten zurück. Opfer des zweiten derartigen Massakers in Finnland wurden acht Schülerinnen, ein Schüler und ein Lehrer.

Im November vergangenen Jahres hatte ein 18 Jahre alter Abiturient am Gymnasium der Kleinstadt Jokela sechs Mitschüler und zwei dort arbeitende Frauen umgebracht. Auch er beging Selbstmord. Die Polizei vermutet einen direkten Kontakt beider Mörder, die ihre jeweiligen Taten nach demselben Muster begangen haben.

Quelle: n-tv.de