Panorama

"Wie bei 'Death of Stalin'" Johnsons Ärzte hatten Pläne für Todesfall

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Kurz nach seiner Genesung ist Boris Johnson Vater geworden.

(Foto: AP)

Boris Johnson ist vor drei Wochen geheilt von Covid-19 aus dem Krankenhaus entlassen worden. Doch es hätte auch anders laufen können, erklärt Großbritanniens Premier. Die Ärzte hätten eine Kommunikationsstrategie für den Fall seines Ablebens vorbereitet.

Boris Johnsons Ärzte haben sich während seiner Covid-19-Erkrankung darauf vorbereitet, wie sie im Falle des Falles den Tod des britischen Premierministers verkünden würden. "Die Ärzte hatten alle möglichen Vorkehrungen getroffen, was zu tun wäre, wenn die Dinge schrecklich schlecht liefen", sagte Johnson in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der britischen Boulevardzeitung "Sun on Sunday".

Seine Verlegung auf die Intensivstation wegen seiner Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sei ein "sehr harter Moment" gewesen, "das will ich nicht leugnen", sagte der Regierungschef. "Ich war nicht in besonders brillanter Verfassung und mir war bewusst, dass es Notfall-Pläne gab." Die Ärzte hätten eine Strategie gehabt, um mit einem Szenario wie bei "Death of Stalin" umzugehen, sagte Johnson in Anspielung auf den gleichnamigen Film, in dem es um die Ereignisse um den Tod des sowjetischen Diktators Josef Stalin im Jahr 1953 geht.

Johnson hatte am 27. März öffentlich gemacht, dass er sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert habe, aber nur unter milden Symptomen leide. Nach einer Woche in Selbst-Isolation hatte er die Infektion jedoch immer noch nicht überwunden. Am 5. April wurde er für Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht und binnen 24 Stunden auf die Intensivstation verlegt.

Dort sei ihm drei Tage lang literweise Sauerstoff zugeführt worden, schilderte der 55-Jährige in dem "Sun"-Interview. Nach eigenen Angaben habe er aber nie geglaubt, dass er nun sterben müsse, sondern nur gedacht: "Wie komme ich da wieder raus?" Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am 12. April hatte Johnson allerdings gesagt, es habe für ihn "so oder so ausgehen" können. Auch darüber, ihn zu intubieren und an ein Beatmungsgerät anzuschließen, hätten die Ärzte zwischenzeitlich nachgedacht, schildert Johnson nun in dem Interview.

Neugeborener trägt Namen der Ärzte

Nach seinem Krankenhausaufenthalt erholte sich Johnson zwei Wochen lang auf dem Regierungslandsitz Chequers nahe London. Erst am Montag nahm er die Arbeit in seinen Amtssitz in der Londoner Downing Street wieder auf. Zwei Tage später wurde er Vater. Seine Verlobte Carrie Symonds brachte einen Jungen zur Welt. Die 32-Jährige und Johnson benannten ihr Kind nach ihren Großvätern Wilfred Lawrie und mit dritten Namen Nicholas - nach den beiden Ärzten Nick Price und Nick Hart, "die Boris im vergangenen Monat das Leben gerettet haben", wie Symonds am Samstag bei Instagram schrieb.

Großbritannien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie getroffenen Ländern der Welt. Bis Samstag starben im Vereinigten Königreich mehr als 28.000 Infizierte. Johnson kündigte an, in den kommenden Tagen einen Zeitplan für Lockerungen der Ende März wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen vorzulegen.

Quelle: ntv.de, Phil Hazlewood, AFP

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