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"Pirate Bay"-Gründer wird abgeschoben Kambodscha lässt Fragen offen

Gottfrid Warg, der Gründer der schwedischen Tauschplattform "Pirate Bay", sitzt in Kambodscha im Gefängnis und soll nun abgeschoben werden. Seine Internetseite wird im großen Stil für illegale Downloads genutzt. Wohin er ausreist, ist allerdings noch unklar.

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Gottfrid Svartholm Warg gründete die Download-Plattform "Pirate Bay", über die Millionen Filme, Musikstücke und Prgramme heruntergeladen wurden.

(Foto: dpa)

Kambodscha wird den verhafteten Mitbegründer der umstrittenen Internet-Tauschplattform "The Pirate Bay", Gottfrid Svartholm Warg, mit bislang unbekanntem Ziel abschieben. Das teilte ein Polizeisprecher in Phnom Penh mit. Warg war in der vergangenen Woche wegen Urheberrechtsverletzungen inhaftiert worden. Gegen den 27 Jahre alten Schweden lag ein internationaler Haftbefehl vor, der in seinem Heimatland ausgestellt worden war. Schweden hatte daraufhin die Auslieferung von Warg gefordert. Allerdings gibt es zwischen Kambodscha und Schweden kein Auslieferungsabkommen.

Wohin Warg gebracht wird, teilte der Polizeisprecher nicht mit. Der stellvertretende nationale Polizeichef, General Sok Phal, sagte der Tageszeitung "Phnom Penh Post", Kambodscha werde im Fall Warg das Einwanderungsgesetz anwenden und den Schweden in absehbarer Zeit des Landes verweisen. Innenminister Sar Kheng werde das Ausweisungsdokument bald unterschreiben.

Ein Gericht in Schweden hatte im November 2011 Warg, die beiden anderen Gründer von "The Pirate Bay" sowie den wichtigsten Geldgeber der Plattform schuldig gesprochen. Das Gericht warf ihnen vor, mit dem Web-Angebot Millionen Internetnutzern ein Forum für das illegale Herunterladen von Musik, Filmen und Computerspielen geboten zu haben. Sie wurden jeweils zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zur Zahlung von umgerechnet 3,4 Millionen Euro Schadensersatz an die Musik-, Film- und Videospiele-Industrie verurteilt.

Die Haftstrafen der drei Mitangeklagten von Warg wurden im Dezember 2010 in einem Berufungsverfahren reduziert. Wargs Strafe blieb dagegen unverändert, weil er nicht zum Gerichtstermin erschienen war.

Die Macher von The Pirate Bay hatten die gegen sie erhobenen Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie verwiesen darauf, dass ihre Webseite selbst kein urheberrechtlich geschütztes Material zum Download bereitgestellt habe. Die Plattform bietet allerdings Informationen an, mit deren Hilfe Webanwender mit einem Mausklick illegale Downloads starten können.

Quelle: n-tv.de, dpa

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