Panorama

"Vatileaks" Kammerdiener entschuldigt sich

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(Foto: picture alliance / dpa)

Paolo Gabriele versichert, dass er ein Einzeltäter ist. Der Informant in der "Vatileaks"-Affäre versucht, Gerüchte über einen groß angelegten Komplott in der Katholischen Kirche aus dem Weg zu räumen. Und obendrein zeigt er sich äußerst reumütig.

In der Enthüllungsaffäre "Vatileaks" hat sich der verdächtigte Kammerdiener des Papstes einem Medienbericht zufolge bei Benedikt XVI. entschuldigt und Reue gezeigt. Der aus der Untersuchungshaft in den Hausarrest entlassene Paolo Gabriele habe in seinem persönlichen Brief an den Papst Fehler eingestanden und um Verzeihung gebeten, schreibt der "Corriere della Sera" unter Berufung auf den Verteidiger Gabrieles, Carlo Fusco. Er versichere in dem Brief auch, keine Komplizen gehabt zu haben. Unbestätigte und vom Vatikan heftig dementierte Berichte hatten zuvor von mehreren Helfern gesprochen.

Der Ende Mai festgenommene Gabriele wird verdächtigt, vertrauliche Dokumente aus den päpstlichen Gemächern entwendet zu haben, die dann publik wurden. Dazu gehörten Informationen über einen angeblichen Mordkomplott gegen Benedikt und dem umstrittenen Finanzgebaren der Vatikanbank IOR.

In den nächsten Tagen soll entschieden werden, ob der Kammerdiener wegen schweren Raubes vor Gericht kommt oder nicht. Wird er schuldig gesprochen, dann droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.

Seinem Mandanten sei von den Ermittlern keinesfalls vorgehalten worden, Teil eines Plans gemeinsam mit anderen Vertrauten Benedikts gewesen zu sein, erklärte der Anwalt. Sein Brief sei den Kardinälen übergeben worden, die die "Vatileaks"-Affäre untersuchen.

Quelle: ntv.de, dpa