Panorama

Keine Anti-Stress-Kugeln für Soldaten Kanada zieht Bestellung zurück

Sie sind aus Gummi, und wenn man sie in der Hand zusammendrückt, löst sich die Anspannung in den Muskeln. 20.000 dieser Kugeln sollten an die kanadische Armee gehen. Doch die kanadische Öffentlichkeit protestierte. Erfolgreich.

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Ihren Afghanistan-Einsatz beendete die kanadische Armee im vergangenen Jahr. Seither ist das Budget knapp.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Budget-Kürzungen und eine Spionage-Affäre machen derzeit der kanadischen Armee zu schaffen - und nun müssen die Soldaten auch noch auf eine Maßnahme zur Stressbewältigung verzichten. Kanadas Verteidigungsminister Peter MacKay zog eine Bestellung von 20.000 Anti-Stress-Kugeln aus Gummi zurück, nachdem es im Internet Proteste gehagelt hatte. Wenn die Kugeln in der Hand zusammengedrückt werden, löst sich die Anspannung in den Muskeln - die Folge soll der Abbau von Stress ein.

Die kanadische Öffentlichkeit meint jedoch, dass ihre Soldaten so etwas nicht brauchen: Auf Internetseiten verschiedener Medien sowie in Online-Netzwerken wurden die Kugeln als Verschwendung von Steuergeldern kritisiert. Das zeigte Wirkung: Sobald MacKay über die Bestellung informiert gewesen sei, habe er die Verantwortlichen aufgefordert, "diese unnötigen Ausgaben für die kanadischen Steuerzahler rückgängig zu machen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Um das Ansehen der kanadischen Armee ist es ohnehin nicht gut bestellt: Am vergangenen Wochenende wurde ein Soldat wegen des Vorwurfs festgenommen, geheime Informationen ins Ausland weitergegeben zu haben. Die Armee hatte im vergangenen Jahr ihren 2002 begonnenen Afghanistan-Einsatz beendet, bei dem 157 kanadische Soldaten getötet wurden, und muss nun mit Budget-Kürzungen zurechtkommen.

Quelle: ntv.de, AFP

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