Panorama

Rowling als wahre Autorin eines Krimis enthüllt Kanzlei muss Entschädigung zahlen

Eigentlich will die Harry-Potter-Erfinderin J. K. Rowling etwas Ruhe vor ihrem berühmten Zauberschüler. Unter Pseudonym schreibt sie einen Krimi. Doch dann verplappert sich ein Mitarbeiter einer Anwaltsfirma. Die Kanzlei muss nun dafür zahlen.

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Sie hatte ohnehin vor, der Hilfsorganisation etwas zu spenden, sagte Rowling.

(Foto: dpa)

Von der Enttarnung der Schriftstellerin J. K. Rowling als wahre Autorin eines unter Pseudonym veröffentlichten Krimis profitieren Soldaten. Die für die Enthüllung verantwortliche Anwaltsfirma muss eine hohe Entschädigung zahlen, entschied ein Gericht in London. Das Geld solle - wie von Rowling gewünscht - an die Hilfsorganisation The Soldiers' Charity gehen. Zur genauen Höhe der Summe wurden keine Angaben gemacht.

Auch die weltweit eingenommenen Tantiemen für den Krimi will Rowling nicht gänzlich für sich behalten. Sie sollen für drei Jahre ebenfalls an die Hilfsorganisation gehen, gab die Harry-Potter-Autorin bekannt. Start dafür ist der 14. Juli 2013.

An dem Tag war Rowlings Geheimnis aufgeflogen und die Verkäufe des Buches schnellten nach oben. Verantwortlich dafür war ein Mitarbeiter der auf die Unterhaltungsbranche spezialisierten Kanzlei, die auch für Rowling arbeitete. Er hatte einer Freundin seiner Frau verraten, dass Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith den Krimi "The Cuckoo's Calling" ("Der Ruf des Kuckucks") geschrieben hatte. Diese Freundin verbreitete die Information auf Twitter und die "Sunday Times ging dem nach.

Unter Pseudonym sollten noch weitere Bücher erscheinen

Rowlings Anwältin Jenny Afia bezeichnete den Vorgang als "fundamentalen Vertrauensbruch", der ihre Mandantin sehr verärgert habe. Nach den Erfolgen der siebenteiligen Reihe über Zauberschüler Harry Potter hatte die 48-Jährige immer wieder betont, sie träume davon, unter Pseudonym und ohne Druck von Kritikern zu schreiben.

Ihr Buch über einen Soldaten, der zum Detektiv wird, hatte Rowling unter dem erfundenen Namen Robert Galbraith bereits im April herausgebracht. Sie plante, in der Reihe weitere Bücher heimlich zu veröffentlichen. In Galbraiths fiktiver Biografie stand ebenfalls, dass er einst für das Militär gearbeitet habe.

Ihre Spende an die Hilfsorganisation begründete Rowling damit, dass Soldaten ihr bei der Recherche für den Krimi, dessen Held ein Kriegsveteran ist, geholfen hätten. Zudem habe ihr das Verfassen des Buches klar gemacht, dass die Soldaten Unterstützung brauchten.

"Ich hatte immer vor, The Soldier's Charity etwas von Roberts Tantiemen zu spenden, aber ich habe nicht geahnt, dass es drei Monate nach Veröffentlichung ein Bestseller wird - in Wirklichkeit hatte ich nicht damit gerechnet, dass er jemals dort landen würde", sagte Rowling. Vor der Enttarnung der wahren Autorin waren von der gebundenen Ausgabe des Krimis gerade einmal 1500 Exemplare verkauft worden.

In Deutschland hatte sich der Münchner Blanvalet Verlag die Rechte gesichert, bevor sich Rowling als die Autorin herausstellte. Unter dem Titel "Der Ruf des Kuckucks" soll das Buch nun möglichst schnell auf Deutsch erscheinen.

Quelle: ntv.de, hah/AFP/dpa