Panorama

Überschwemmungen, Plünderungen, Tote "Karl" verwüstet Mexiko

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Viele Straßen sind überschwemmt.

(Foto: REUTERS)

In Zentralmexiko sind nach tagelangen Regenfällen durch einen Erdrutsch mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden 20 weitere Menschen vermisst, wie der Bürgermeister der Ortschaft Villa Guerrero, Tito Maya, sagte. Drei Menschen wurden demnach verletzt. Die Erdmassen lösten sich an einem Abhang und rissen zwei Autos von einer Straße in eine Schlucht. Rettungskräfte gruben in den Erdmassen nach möglichen Überlebenden.

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Eine Notunterkunft, nachdem "Karl" Veracruz verwüstete.

(Foto: REUTERS)

Der Hurrikan "Karl" war mit schweren Regenfällen in der vergangenen Woche über Teile Mexikos hinweggezogen. Durch Überschwemmungen und Erdrutsche kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón, der mehrere betroffene Dörfer im Bundesstaat Veracruz im Südosten des Landes besuchte, wurden zudem elf Menschen wegen massiver Plünderungen verhaftet. Den Behörden zufolge ist fast eine Million Menschen von den Zerstörungen und Überflutungen betroffen. Insgesamt 112 der 274 Bezirke von Veracruz stehen noch unter Wasser, in dem Bundesstaat gilt der Ausnahmezustand.

Krokodile flüchten aus Farm

Fast 300 Krokodile machten sich die durch "Karl" verursachten Überschwemmungen zunutze und flohen aus einer Zuchtfarm, wie die Behörden in Veracruz mitteilten. Sie riefen zugleich die Bevölkerung auf, sich den Tieren nicht zu nähern.

Bei den geflüchteten Tieren handelte es sich um Beulenkrokodile, die bis zu drei Meter groß werden können. Sie wurden auf einer Naturschutzfarm in La Antigua in der Nähe von Veracruz aufgezogen. Sie studiert die Reproduktion der Krokodile in Gefangenschaft.

"Karl" war am Freitag mit Windgeschwindigkeiten von knapp 200 Stundenkilometern im Südosten von Mexiko als erster Hurrikan der Saison im Atlantik auf Land getroffen. Er schwächte sich bei seinem Weg über Mexiko aber ab. Als Vorsichtsmaßnahme schalteten die Behörden das einzige Atomkraftwerk des Landes vorübergehend ab. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt und internationale Flüge abgesagt.

"Karl" ist nicht allein

Mit "Karl" waren in den vergangenen Tagen drei Wirbelstürme im Atlantik gleichzeitig aktiv. Über dem Ozean tobten zudem auch "Igor" und "Julia".

Quelle: ntv.de, AFP/dpa