Panorama
Samstag, 19. Dezember 2009

"Santo subito" - sofort heilig!: Karol Wojtyla bald ein Heiliger

Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. rückt näher. Papst Benedikt XVI. erkennt per Dekret die "heroischen Tugenden" des im Jahr 2005 gestorbenen Vorgängers an. Der damit gemeinte Nachweis eines besonders vorbildlichen Lebens und der Opferbereitschaft gilt als wichtige Etappe vor einer Seligsprechung.

Papst Johannes Paul II. starb am 02.04.2005 in Rom im Alter von 84 Jahren.
Papst Johannes Paul II. starb am 02.04.2005 in Rom im Alter von 84 Jahren.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die für Selig- und Heiligsprechungen verantwortliche Kongregation hatte Benedikt das Dekret vorgelegt, das von ihr zuvor einstimmig hinter verschlossenen Türen befürwortet worden war. Was jetzt noch folgen muss, ist die kirchliche Anerkennung eines von dem polnischen Papst bewirkten Wunders. Italienische Medien spekulierten, Johannes Paul II. könnte bereits im nächsten Herbst seliggesprochen werden - um den 16. Oktober herum, dem Jahrestag seiner Wahl zum Papst 1978.

Die Seligsprechung ist die Vorstufe zur Heiligsprechung. Abweichend von kirchenrechtlichen Regeln hatte Benedikt den "Santo subito"-Ruf vieler Katholiken aufgegriffen und nach nur drei Monaten den Prozess der Seligsprechung eingeleitet.

Normalerweise wird dieses Verfahren erst fünf Jahre nach dem Tod eines möglichen Seligen oder Heiligen eröffnet. Und nur in einigen Fällen führte die Prüfung bereits nach wenigen Jahren zu einer Selig- oder Heiligsprechung. Was den polnischen Papst angeht, so hat sich der Erzbischof von Brüssel, Kardinal Godfried Danneels, kritisch zum "beschleunigten" Verfahren für Karol Wojtyla geäußert: Auch dessen Seligsprechungsprozess solle "normaler Prozedur" folgen.

Bilderserie

Unter den möglichen Fällen einer auf Johannes Paul zurückgeführten Wunderheilung ragt die Gesundung der französischen Ordensschwester Marie Simon-Pierre hervor. Sie soll plötzlich von der unheilbaren Parkinson-Krankheit befreit gewesen sein, nachdem in den Monaten nach dem Tod des Papstes dieser in Gebeten um Hilfe angefleht worden war. Auch Johannes Paul II. litt an der Krankheit. Dieses dem polnischen Papst zugeschriebene Wunder muss nun geprüft werden.

Quelle: n-tv.de