Panorama
Dienstag, 25. Oktober 2011

Nur Bruchteil wird beschlagnahmt: Kartelle waschen Milliarden

Kriminelle haben im Jahr 2009 weltweit rund 1,13 Billionen Euro Schwarzgeld gewaschen. Zu diesem Ergebnis kommt das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung mit Sitz in Wien in einer Studie.

Die Drogen-Kartelle setzen gewaltige Summen um.
Die Drogen-Kartelle setzen gewaltige Summen um.(Foto: REUTERS)

Den weltweit operierenden Drogenkartellen gelingt es offenbar weitgehend unbehelligt, jährlich mehr als eine Billion Euro durch Geldwäsche zu erlösen. Allein im Jahr 2009 habe dieser Betrag bei 1,6 Billionen US-Dollar (etwa 1,15 Billionen Euro) gelegen, heißt es in einem Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Dies entspreche rund 2,7 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Der Großteil dieses Geldes werde an den Finanzmärkten gewaschen, heißt es in dem Bericht weiter. Weniger als ein Prozent der Schwarzgelder aus kriminellen Aktivitäten würden beschlagnahmt oder eingefroren.

Der Rückfluss der Schwarzgelder in die reguläre Wirtschaft könne die Wirtschaftsdaten verfälschen und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen, warnte UNODC-Chef Juri Fedotow bei einem Anti-Korruptions-Treffen in Marrakesch. Wenn das Geld erst einmal wieder regulär in Umlauf sei, könne seine Herkunft kaum noch ermittelt werden. Der illegale Drogenhandel ist demnach der rentabelste Sektor für die weltweit organisierte Kriminalität, wobei Geschäfte mit Kokain wiederum am lukrativsten erscheinen.

Der UNODC-Studie zufolge wird nur ein Prozent der illegalen Geldflüsse aufgespürt und eingefroren. Korruption könne eine wesentliche Rolle dabei spielen, den Transfer illegaler Geldflüsse in legitime weltweite Finanzströme zu ermöglichen, so Fedotow. Ziel der Studie sei es, Kapazitäten aufzubauen, um Geldwäsche aufzudecken und zu verhindern.

Quelle: n-tv.de