Panorama

Davis' Berufung zurückgewiesen Keine Chance für Todeskandidat

Das Oberste Gericht der USA hat den Revisionsantrag des wegen Polizistenmordes verurteilten Afroamerikaners Troy Davis zurückgewiesen. Mit der am Dienstag in Washington bekannt gegebenen höchstrichterlichen Entscheidung hat der 39-Jährige, dessen Schuld nach Ansicht von Kritikern nicht zweifelsfrei bewiesen wurde, keine Hoffnung mehr auf einen neuen Prozess. Am 23. September hatte das Gericht die Hinrichtung zwei Stunden vor dem geplanten Termin ausgesetzt, um über Troys Antrag zu beraten.

Davis sitzt seit 17 Jahren im Bundesstaat Georgia in der Todeszelle. Der Afroamerikaner war 1991 wegen Mordes an einem weißen Polizisten in Savannah ausschließlich aufgrund von Zeugenaussagen zum Tode verurteilt worden. Eine Tatwaffe, konkrete Beweise oder DNA-Spuren, die auf Troy als Täter deuteten, wurden nie gefunden. Nach einem von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International veröffentlichten Bericht zogen sieben der neun Zeugen ihre Aussagen später zurück und erklärten, den Angeklagten seinerzeit nur auf Druck der Polizei belastet zu haben.

Ein Analphabet gab demnach an, eine von der Polizei verfasste Aussage unterzeichnet zu haben, deren Inhalt er gar nicht lesen konnte. Eine Zeugin, die auf Bewährung auf freiem Fuß war, erklärte laut Amnesty, sie habe aus Angst der Polizei verschwiegen, dass sie den Täter gar nicht gesehen hatte. Angesichts der kargen Beweislage hatten sich auch Papst Benedikt XVI., der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, die Schauspielerin Susan Sarandon und der Europarat für eine Begnadigung Troys ausgesprochen.

Quelle: n-tv.de

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