Panorama

13 Tote im Drogenkrieg in Mexiko Killer stürmen Entzugsklinik

Es ist der zweite Gewaltexzess innerhalb weniger Tage: Ein Killer-Kommando richtet in einer Drogenklinik ein Blutbad an. 13 Menschen fallen dem Racheakt zum Opfer, die Täter drohen mit weiteren Morden.

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Angehörige trauern an den Särgen der Jugendlichen, die auf einer Party überfallen und getötet wurden.

(Foto: dpa)

Im mexikanischen Drogenkrieg hat eine Todesschwadron 13 Menschen regelrecht exekutiert. Nach Angaben der Polizei drangen die bewaffneten Männer in eine Drogenklinik der Grenzstadt Tijuana ein und ermordeten 13 Patienten. Kurz darauf drohten sie über gekaperte Frequenzen des Polizeifunks mit weiteren Morden.

Laut Polizei gingen die Killer in der Klinik planmäßig vor, wählten 13 Opfer gezielt aus und zwangen diese, sich wie bei einer Hinrichtung an einer Mauer aufzustellen, bevor sie sie erschossen. "Das war erst der Anfang", verkündete einer der Täter kurz darauf via Polizeifunk. Es werde 135 Morde geben - offenbar eine Anspielung darauf, dass in der vergangenen Woche in Tijuana die Rekordmenge von 135 Tonnen Marihuana beschlagnahmt wurde. Ermittler vermuteten Rache als Motiv für die Bluttat in der Klinik.

Zweiter Gewaltexzess binnen kurzer Zeit

Die mexikanischen Drogenkartelle liefern sich seit Jahren einen gnadenlosen Kampf um die Vorherrschaft auf dem Rauschgiftmarkt und die Kontrolle über die Schmuggelrouten in die USA, dem weltweit größten Abnehmer für Kokain. Immer wieder werden auch Insassen von Entzugskliniken wie in Tijuana Opfer von Todesschwadronen der Kartelle, die sich an Händlern und Abnehmern der Konkurrenz rächen.

Besonders erbittert tobt der Drogenkrieg in der berüchtigten Grenzstadt Ciudad Juárez, wo sich das Sinaloa- und das Juárez-Kartell bekämpfen. Erst kürzlich überfiel dort eine Todesschwadron eine Party und tötete 13 Gäste. Das Sinaloa-Kartell gilt als das mächtigste des Landes und wird von Joaquín "El Chapo" Guzmán angeführt, der 2001 aus einem mexikanischen Gefängnis türmte. Guzmán ist der meistgesuchte Drogenboss in Mexiko und den USA; das US-Magazin Forbes zählt ihn zu den Dollar-Milliardären.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón im Dezember 2006 wurden im mexikanischen Drogenkrieg mehr als 28.000 Menschen getötet. Der von ihm angeordnete Einsatz von 50.000 Soldaten zur Unterstützung der Polizei konnte dies bislang nicht verhindern.

Quelle: ntv.de, dpa