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Fasziniert von Marc Dutroux Kindermörder bekommt Fanpost

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Dutroux wurde 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt.

(Foto: REUTERS)

Seit 2004 sitzt der Kindermörder Marc Dutroux im Gefängnis und hat auch nur wenig Aussicht, es auf absehbare Zeit zu verlassen. Doch trotz seiner grausigen Taten ist sein Brieffach immer gut gefüllt. Unter den Absendern könnten auch minderjährige Mädchen sein.

Der belgische Kindermörder Marc Dutroux ist nach Zeitungsangaben der Adressat von Briefen, in denen - vermeintliche oder echte - junge Mädchen Kontakt mit ihm aufnehmen wollen. "Sie haben mich immer fasziniert", heißt es in einem Brief an den Häftling, deren Absenderin sich als "junges Mädchen von 15 Jahren" vorgestellt habe, meldete die belgische Tageszeitung "Le Soir". "Wenn du willst, kann ich ein Foto von mir schicken."

Mindestens zehn solcher Briefe seien in der Haftanstalt in Nivelles in der Wallonie angekommen, berichtet die Zeitung. Sie erreichen Dutroux demnach aber nicht, sondern werden von der Verwaltung zurückgesandt. Ob die Briefe wirklich immer von jungen Mädchen geschrieben werden oder sich jemand anders dafür ausgibt, ist aber nicht sicher.

Dutroux wird laut "Le Soir" schon seit Langem mit reichlich Post und Päckchen bedacht. Darunter seien Beleidigungen, aber ebenso Kontakt- und sogar Heiratsgesuche. Dass ihm junge Mädchen schreiben, sei aber ein neues Phänomen, hieß es in "Le Soir". Die Jugendlichen "streifen am Verbotenen, an der Gefahr", erläuterte der Kinderpsychiater Jean-Yves Hayez in dem Blatt die Hintergründe. "Er erscheint den jungen unreifen Heranwachsenden wie ein Opfer des Systems", urteilte der Mediziner.

Dutroux war 2004 wegen der Entführung, Freiheitsberaubung und des Missbrauchs von sechs Mädchen und Heranwachsenden sowie des Todes von zweien der Opfer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er macht aus dem Gefängnis immer wieder von sich reden. Erst im Januar hatte er mit einem Brief an den Vater eines seiner Opfer vor allem neue Verachtung geerntet.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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