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900 Kilo Extasy, Kokain und Gras Kinderzimmer-Dealer gesteht alles

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Es sei ihm nicht ums Geld gegangen, sondern um Anerkennung, erklärte der Angeklagte.

(Foto: dpa)

Zwar mit roten Ohren, aber grinsend und ohne dabei sonderlich schuldbewusst zu wirken, legt Maximilian S. ein Geständnis ab. Der 20-Jährige schildert im größten Drogen-Prozess des Jahres, wie und warum er auf die "Schnapsidee" kam.

Von seinem Kinderzimmer aus soll er mehr als 900 Kilogramm Drogen über das Internet verkauft haben: Jetzt legte der 20-jährige Maximilian S. vor dem Leipziger Landgericht ein umfassendes Geständnis ab. Der als "Kinderzimmer"-Dealer bekanntgewordene Angeklagte sagte, ihm sei es in erster Linie nicht ums Geld gegangen. Er habe mit seiner Internetplattform "shiny-flakes" andere übertrumpfen wollen: "Die Idee war, das ganze besser zu machen als andere."

Der 20-Jährige agierte von seinem Kinderzimmer aus, das zugleich Drogenlager, Büro und Versandzentrum war und von dem aus er laut Anklage seit Ende 2013 in großem Stil mit Haschisch, Ecstasy-Tabletten, Kokain, LSD und verschreibungspflichtigen Tabletten gehandelt haben soll.

Virtuelle Marktplätze als Inspiration

Mit knallroten Ohren, jedoch nicht sonderlich schuldbewusst, gab S. vor dem Landgericht detaillierte Einblicke über technische Abläufe, Buchführung und Versand und schilderte, wie es ihm gelang, lange unentdeckt zu bleiben. Er habe sich von anderen virtuellen Marktplätzen inspirieren lassen und Hilfe von einer Online-Bekanntschaft namens "Red Bull" erhalten. Seine Motive blieben dabei aber eher vage.

Sein Mandant sei durch diverse Foren auf das sogenannte Darknet, einen versteckten, verschlüsselten Bereich des Internets, gestoßen und "fasziniert davon gewesen, was es alles dort gibt", sagte der Verteidiger von S., Stefan Costabel. Er habe "sein Projekt" besser machen wollen als andere. "Ihm ging es darum, Anerkennung im Internet zu finden."

Anfangs nutzte Maximilian S. laut Anklage das Darknet für seine Geschäfte. Zuletzt verkaufte er die Drogen dann über das offen zugängliche Internet - und zwar über die Plattform shiny-flakes.to. Um den Drogenhandel zu verschleiern, mietete der 20-Jährige Server in den Niederlanden an. Die in Briefen oder Paketen verpackten Drogen wurden per Einschreiben oder an Packstationen geliefert. Bezahlt wurde ausschließlich mit der virtuellen Währung Bitcoins, um keine Rückschlüsse auf die Beteiligten zu ermöglichen.

Ein 16-Stunden-Tag

Der Angeklagte sprach selbst von einer "Schnapsidee". Nachdem er im März 2013 seine Lehre in der Gastronomie aus Desinteresse abgebrochen habe, habe er zu Hause viel Zeit am Computer verbracht. Mit rund 2000 Euro sei er dann ins Internet-Drogengeschäft eingestiegen, bis sich die Umsätze immer höher schraubten. Er war nach Aussage seines Verteidigers zuletzt "16 Stunden am Tag" damit beschäftigt, die Drogen abzuwiegen, zu verpacken und zu verschicken. Die Ermittler beziffern die Verkaufserlöse auf insgesamt rund vier Millionen Euro.

Selbst als "Red Bull" zwischenzeitlich vom Geschäft absprang und S. Anfang dieses Jahres von dessen Festnahme erfuhr, konnte ihn das nicht stoppen. Er habe sich kaum Gedanken darüber gemacht, dass er selbst auffliegen könnte. "Da ich keine halben Sachen mag, habe ich weiter gemacht", sagte der 20-Jährige, der sich selbst als Perfektionisten beschreibt und während seiner Aussage immer wieder grinste.

Als die Polizei Maximilian S. im Februar dieses Jahres festnahm, fand sie sein Kinderzimmer vollgestopft mit mehr als 300 Kilo Drogen. Insgesamt soll er 914 Kilogramm Drogen verkauft haben. Mehr als das "täglich Brot", so sagte S., habe er sich davon aber nicht geleistet. Das Urteil soll voraussichtlich Anfang Oktober gefällt werden.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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