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Osterlachen statt Glöckengeläut Kirche lässt Gelächter zu

Im Mittelalter soll es üblich gewesen sein, die Gottesdienstgemeinde durch eine besonders amüsante Predigt zum Lachen zu bringen. An diesem Ausdruck der Osterfreude erinnert eine Berliner Kirche mit der Aktion "Lachen erlaubt". Statt Glockengeläut soll es ab Ostersamstag vom Kirchturm lachen.

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Berliner Osterglocken

(Foto: picture alliance / dpa)

In Berlin-Kreuzberg lacht es bald vom Kirchturm herunter. In einer Kunstaktion ersetzen zwei Künstlerinnen aus Frankfurt/Main das Glockengeläut der Emmaus Kirche durch ein Lachen. Vom Ostersamstag bis 7. Mai erklingt im Viertelstundentakt ein herzhaftes Lachen vom Kirchturm. Je näher man der vollen Stunde kommt, desto anhaltender tönt das Gelächter. Gelacht wird täglich zwischen 10 und 18 Uhr, die Kirchturmglocken schweigen in dieser Zeit.

"Lachen erlaubt" ist eine Klanginstallation der in Frankfurt am Main lebenden Künstlerinnen Carolyn Krüger und Brigitte Kottwitz. Die Vernissage wird am Ostersamstag um 18 Uhr mit einem ersten Lachen vom Kirchturm eröffnet. Am Ostersonntag und am 1. Mai werden wir auch im Gottesdienst auf diese Kunstaktion eingehen.

Wie der Pfarrer der Kirchengemeinde, Jörg Machel, sagte, gibt es den Brauch des Osterlachens, auf lateinisch "risus paschalis", schon seit dem Mittelalter. "Damals war es üblich, die Gottesdienstgemeinde durch eine besonders amüsante Predigt zum Lachen zu bringen – ein Ausdruck der Osterfreude", so Machel. Das Osterlachen sei ein Zeichen dafür, dass der Tod besiegt ist. Auch habe es dazu gedient, auf charmante Art und Weise Kritik an den Oberen zu üben.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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