Panorama

Allgemeine Kriminalität Kofferbomben sehr sprengstark

Die beiden Kofferbomben von Dortmund und Koblenz hätten nach einem Bericht des "Focus" bei einer Explosion immensen Schaden angerichtet. Wie das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, ermittelten Kriminaltechniker einen Wirkungsradius der funktions- und zündfähigen Sprengsätze von hundert Metern. Zudem wären die beiden Züge bei einer Explosion vermutlich entgleist. Unterdessen ging der Streit um die stärkere Nutzung der Videoüberwachung an Bahnhöfen und auf öffentlichen Plätzen weiter.

Eine mit 200 Spezialisten besetzte Abteilung des Bundesamts für Verfassungsschutz prüfte laut "Focus", ob in den Orten entlang der beiden Bahnstrecken islamistische Terrorgruppen aktiv seien. Der Fahndungsansatz sei aber ohne Erfolg geblieben. Der Dortmunder Staatsschutz geht dem Bericht zufolge inzwischen von einer Tat der "allgemeinen Kriminalität" aus.

Die Ergebnisse einer Flugblattaktion zur Aufklärung des Kofferbomben-Fundes auf dem Koblenzer Hauptbahnhof sind nach erster Einschätzung der Polizei bislang "relativ dürftig". Genaue Angaben dazu, wie viele Zeugen sich auf den Aufruf hin gemeldet haben, gebe es voraussichtlich erst am Montag, teilte die Polizei in Koblenz am Samstag auf dpa-Anfrage mit. Zudem wurden im Koblenzer Hauptbahnhof Plakate aufgehängt. Die Ermittler suchen nach Hinweisen, wer die Bombe in einem Zug abgestellt hat.

In einer Umfrage der "Welt am Sonntag" sprachen sich mehrere Landesinnenminister für den Einsatz der Videotechnik zur Verbrechensbekämpfung aus. Dagegen wies der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, dies in der "Frankfurter Rundschau" als abwegig zurück.

"Bei der Bekämpfung der Allgemeinkriminalität hat sich die Videoüberwachung bei uns in Baden-Württemberg bereits als wichtiges Ermittlungsinstrument bewährt", sagte Landesinnenminister Heribert Rech (CDU) der "Welt am Sonntag". Hamburgs parteiloser Innensenator Udo Nagel kündigte in dem Blatt eine Ausweitung der Videoüberwachung auf Straßen und Plätzen der Hansestadt an, da es positive Erfahrungen mit der Videoüberwachung in St. Pauli gebe. Dagegen sieht Beck darin einen "Irrtum zu glauben, dass mit großflächiger Videoüberwachung von Bahnhöfen mehr Sicherheit geschaffen werden kann". Wenn niemand die Videos auswerte und dann reagiere, sei der Sicherheitsgewinn "gleich Null", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Videoüberwachung sei ein Eingriff in die Bürgerrechte, der "nur zielgerichtet und als Ausnahme, nicht als Regelfall" zulässig sei, sagte Beck.

Quelle: ntv.de